3,7 Milliarden Euro für Schnelltests in 2021 Gesundheitsministerium legt Kosten offen

3,7 Milliarden Euro für Schnelltests in 2021
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Für die “kostenlosen” Schnelltests wurden den Steuerzahlern im Jahr 2021 bereits 3,7 Milliarden Euro in Rechnung gestellt. Dies teilte das Bundesgesundheitsministerium aufgrund Angaben des Bundesamt für soziale Sicherung mit. Die “Rheinische Post” hatte zuerst darüber berichtet.

Kosten für Labordiagnostik am geringsten

Demnach zahlte der Bund für Leistungen der Labordiagnostik in Höhe von 782 Millionen Euro.
An Sachkosten wurden 1,084 Milliarden Euro bezahlt. Als Sachkosten wird die Summe bezeichnet, die von den Schnelltestzentren als Materialkosten abgerechnet werden können. Für weitere Leistungen gemäß der aktuellen Testverordnung wurden Gelder in Höhe von knapp 1,75 Milliarden Euro bezahlt. Damit sind hauptsächlich die Zahlungen, die für Abstrichnahmen durch die Schnelltestzentren berechnet wurden, gemeint. Zusätzlich übernahm der Bund dem Bericht zufolge in diesem Jahr rund 74 Millionen Euro für Tests in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Obdachlosenunterkünften.

Das System der Schnelltestzentren geriet in vergangenen Monaten immer wieder in Kritik. Die Auflagen zur Eröffnung eines Testzentrum waren sehr gering. Es konnte jeder ein Schnelltestzentrum eröffnen, der einen Online Kurs über Abstrichentnahme absolvierte. Die Schnelltestzentren wuchsen kurz nach der Veröffentlichung der Testverordnung wie Pilze aus dem Boden. Selbst Shisha Bars oder Table Dance Clubs wurden als Testzentren zugelassen. Immer wieder kam es seither zu Ermittlungen wegen Betruges von Seiten der Testzentren-Betreiber.

Diskussion über Abschaffung der kostenlosen Schnelltests

Aktuell ist eine Diskussion über die Abschaffung der kostenlosen Schnelltests entbrannt. Einige Politiker fordern, dass die Bürger, die sich nicht impfen lassen wollen, künftig die Schnelltests direkt vor Ort selbst bezahlen müssen. Begründet wird die Forderung damit, dass jeder sich impfen lassen könne und dann ein Testnachweis nicht mehr nötig ist, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Andere wiederum sehen darin eine Benachteiligung von gerade einkommensschwachen Personen, die sich regelmäßige Tests finanziell nicht leisten können.

So oder so – ob direkt vor Ort oder über die Steuerkasse – eine unglaubliche teure Angelegenheit für die Bürger sind die Schnelltests allemal. Stellt sich die Frage nach dem Nutzen im Verhältnis zu den Kosten für den Steuerzahler.


Foto/Grafik: Shutterstock/ai
Text: yk

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