Als Schwuchtel beschimpft und zusammengeschlagen
Fünf Männer sollen vergangenen Samstag, 22. März 2025 gegen 0:45 Uhr in der Maximilianstraße einen 26-Jährigen und einen 28-Jährigen zuerst verbal beleidigt und anschließend brutal zusammengeschlagen haben. Das Motiv soll Hass auf Schwule sein. Die beiden Opfer wurden bei dem Angriff schwer verletzt. Jetzt hat die Lokalzeitung „Augsburger Allgemeine“ erfahren, dass es sich bei einem der Angreifer um Halid S. handeln soll. Der damals 17-Jährige hatte am 6. Dezember 2019 am Königsplatz in Augsburg den damals 49-jährigen Feuerwehrmann Roland S. mit einem Faustschlag getötet.
Opfer angegriffen wegen Hass auf Schwule?
Zwei junge Geschäftsmänner aus Augsburg verließen gegen 0:45 Uhr mit drei weiteren Frauen eine Bar in der Maximilianstraße. Die Stimmung war fröhlich und man alberte laut herum, wie der 28-jährige gegenüber der Redaktion der Augsburger Allgemeinen erzählt. Aufgrund der Unterhaltung untereinander habe man darauf schließen können, dass der Bekannte homosexuell ist, Daraufhin wurden die beiden 26 und 28 Jahre alten Männer aus einer Gruppe von jungen Männern heraus beleidigt. Zuerst kam es deshalb zu einem Wortwechsel. Der 28-Jährige wurde schließlich von zwei Männern aus der Gruppe angegriffen, dann sind auch die anderen drei Männer auf ihn losgegangen.
Das 28-jährige Opfer gibt gegenüber der Augsburger Allgemeinen an, dass er zu Boden ging. Sein Bekannter wollte ihn dann hochziehen, aber auch er fiel auf den Boden. Der 28-Jährige legte sich dann auf seinen Bekannten, um sich zu schützen. Die Angreifer sollen auf die Köpfe, die Rücken und Seiten der beiden Männer derart brutal eingeschlagen und getreten haben, dass beide um ihr Leben fürchteten. Immer wieder sollen die Angreifer ihre beiden Opfer als „Schwuchtel“ beschimpft haben, während sie auf sie eintraten. Erst als von ihnen jemand rief, dass die Polizei komme, ließen sie von den beiden Männern ab und flohen. Wie die Polizei vorige Woche in einer Pressemitteilung berichtet, konnten während der folgenden Fahndung zwei 22 und 23 Jahre alten Tatverdächtige vorläufig festgenommen werden. Zwischenzeitlich wurden sie aber wieder auf freien Fuß gelassen. Beide Männer sollen laut Polizei mit über 1,2 Promille erheblich betrunken gewesen sein. Die anderen Tatverdächtigen konnten fliehen. Laut der Augsburger Allgemeinen soll sich unter ihnen Halid S. befinden, der im Dezember 2019 den Feuerwehrmann Roland S. in Augsburg totgeschlagen hat.
Tod von Feuerwehrmann sorgte in ganz Deutschland für Entsetzen
Die brutale Gewalttat sorgte im Winter 2019 in ganz Deutschland für Entsetzen. Am Nikolausabend traf eine Gruppe junger Männer am Augsburger Königsplatz auf zwei Ehepaare. Nach einem kurzen Streit – es ging wohl um eine Zigarette – und einer Schubserei soll der damals 17-Jährige dem damals 49-jährigen Feuerwehrmann einen tödlichen Faustschlag verpasst haben. Halid S. der schon vor der brutalen Gewalttat durch Drogen- und Körperverletzungsdelikte aufgefallen war, wurde im November 2020 vom Landgericht Augsburg wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Diese Haftstrafe soll er laut Informationen der Augsburger Allgemeinen voll abgesessen haben und erst seit ein paar Monaten wieder auf freiem Fuß sein.
Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt
Zusammen mit der Kriminalpolizei Augsburg führt die Generalstaatsanwaltschaft Mündchen, die bei Hassverbrechen tätig wird, die Ermittlungen. Im Zuge dessen wurden am heutigen Freitag drei Männer fest. Unter ihnen sollen sich auch die beiden 22 und 23 Jahren alten Männer befinden, die am Tattag bereits vorübergehend festgenommen wurden. Halid S. soll jedoch nicht unter den Festgenommen sein. Laut Informationen der Augsburger Allgemeinen soll dieser untergetaucht sein. Halid S. besitzt sowohl die deutsche als auch die türkische und libanesische Staatsangehörigkeit.
Beide Opfer erheblich verletzt
Laut Angaben des 28-jährigenOpfers gegenüber der Redaktion der Augsburger Allgemeinen wurden er und sein 26-jähriger Bekannter wegen den erheblichen Verletzungen in die Uniklinik Augsburg gebracht. Dort sollen sie zuerst wegen der schweren Verletzungen auf der Intensivstation gelegen haben. Die Opfer erlitten beide eine Gehirnerschütterungen, Prellungen an Kopf, Schulter, Rücken und Brustkorb und Verletzungen im Gesicht. Der 28-Jährige erklärte gegenüber der Zeitung, dass die Angreifer Migrationshintergrund haben. Die Polizei erklärte auf Anfrage der Augsburger Allgemeinen, dass die Verdächtigen einen deutschen Pass hätten. Zu einem Migrationshintergrund äußerte sich die Polizei nicht. Die Ermittlungen zu weitern Verdächtigen und Hintergründen der Tat dauern an, teilt die Polizei mit. Die beiden Opfer werden von der Opferschutzbeauftragten des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord betreut.
Quellen:
- Polizeibericht – Polizeipräsidium Schwaben-Nord
- Augsburger Allgemeine
