Antonio Rüdiger und der ausgestreckte Zeigefinger Harmloses Bekenntnis zu Allah oder Islamisten-Gruß?

Der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger sorgt aktuell mit einem Foto auf Instagram für einen Eklat.
Zu Beginn von Ramadan veröffentlichte er ein Foto, das ihn in Gebetsposition und religiöser Kleidung und mit nach oben gestreckten Zeigefinger zeigt. Nur ein öffentliches Glaubensbekenntnis oder die Darstellung des IS Grußes, der immer wieder von Islamisten zur Machtdarstellung genutzt wird?

 

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Anzeige gegen Julian Reichelt

Für den Fußballer selbst soll das Foto offensichtlich nur ein Glaubensbekenntnis, die sogenannte Tauhid-Geste darstellen – Es gibt keinen Gott außer Allah.
Julian Reichelt vom Online Magazin „Nius“ sieht in diesem veröffentlichten Foto eine Darstellung des bekannten IS-Grußes, denn in den letzten Jahren immer wieder Islamisten öffentlich gezeigt hatten. In einem Tweet auf X schrieb Reichelt:

“Für alle, die beim Islamisten-Gruß von Antonio Rüdiger keinen Islamisten-Gruß erkennen wollen: Der Verfassungsschutz nennt diese Geste den „IS-Finger“ und wertet den Zeigefinger als klares Zeichen für Islamismus.“

Antonio Rüdiger fühlte sich durch Reichelt diffamiert und beleidigt und stellte deswegen Strafanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft wegen Beleidigung, Verleumdung, verhetzender Beleidigung und Volksverhetzung. Auch der Deutsche Fußballbund stellte Strafanzeige und meldete den Tweet von Reichelt bei der Generalstaatsanwaltschaft wegen „Hate Speech“

Schon einmal gab es Ärger wegen Like für Hass-Post gegen Macron

Zur Wahrheit gehört, dass Antonio Rüdiger nicht das erste Mal Schlagzeilen wegen seiner Religion machte.
Der frühere UFC Champion Khabib Nurmagomedov teilte im Jahr 2020 ein Foto des französischen Präsidenten Macron mit einem Stiefabdruck über das Gesicht. Dazu schrieb er wüste Flüche gegen Macron, weil dieser angeblich alle Muslime der Welt beleidigt habe. Macron hatte zuvor von islamistischen Terrorangriffen gesprochen.

Antonio Rüdiger versetzte diesen Beitrag mit einem Like. Nachdem dies in der Öffentlichkeit bekannt wurde und auch für Aufregung auch bei der DFB -Chefetage gesorgt hatte, entfernte Rüdiger dieses Like und entschuldigte sich.
Auffällig ist, dass Rüdiger sich zwar in seiner Entschuldigung gegen Gewalt und Rassismus aussprach, sich aber nicht gegen Islamismus positionierte, obwohl es genau um dieses Thema bei der Rede des französischen Präsidenten ging und in Folge Auslöser des Postings von Khabib Nurmagomedov war. Hingegen war Rassismus überhaupt kein Thema in diesem Zusammenhang.
Die Entschuldigung von Antonio Rüdiger wurde vom DFB aber akzeptiert und die Aktion blieb folgenlos für Antonio Rüdiger.

Machtdarstellung oder friedliche Botschaft – ist der DFB neutral?

Man kann sicherlich unterschiedlicher Ansicht sein, was es mit dem Foto von Antonio Rüdiger auf sich hat.
Ob islamische Machtdarstellung oder friedliche, religiöse Botschaft. Klar dürfte sein, dass Rüdiger bewusst war, was er mit diesen Foto auslösen wird. Es muss ihm klar gewesen sein, dass viele dieses Foto eben nicht als harmlose Darstellung der eigenen Religiosität einordnen würden. Als Person, die in der Öffentlichkeit steht, sollte man sich der Außenwirkung seiner Darstellung bewusst sein.

Zudem stellt sich die Frage, ob der DFB selbe Unterstützung zuteilwerden ließe für einen deutschen Nationsspieler, der sich öffentlich zum Christentum bekennt mit einem Bild, das darlegt, dass es nur den einen christlichen Gott gibt, und Strafanzeige gegen einen Journalisten stellen würde, der diese Darstellung kritisiert.
Man kann in Anbetracht der aktuellen Vorkommnisse zudem die Frage stellen, ob das Liken eines Gewaltaufrufes und wüste Drohungen gegenüber einem Präsidenten eines befreundeten Landes durch einen deutschen Nationalspieler ohne Migrationshintergrund und mit christlichem Glauben auch folgenlos geblieben wäre.

Die Lehre aus diesem Eklat sollte sein, dass der Profisport neutral bleiben und weder von Religion noch von Politik beeinflusst werden sollte. Das sollte auch und gerade für Profisportler gelten, die derart in der Öffentlichkeit stehen wie ein Fußballer der Deutschen Nationsmannschaft.

Titelbild: https://www.instagram.com/toniruediger/

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