Attentäter von Würzburg soll in Psychiatrie verlegt werden Somalier tötete drei Frauen

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Auch fast vier Wochen nach dem schrecklichen Messerangriff in Würzburg, bei dem der Somalier Abdirahman J. A. 3 Frauen in der Innenstadt getötet hat, ist das Motiv nicht eindeutig geklärt. Die Staatsanwaltschaft will ihn aber nun in eine Psychiatrie verlegen lassen. Ein Richter wird heute über den Antrag entscheiden.

Der somalische Täter, der seit 2015 in Deutschland lebt, hat Ende Juni in einem Kaufhaus und der Fußgängerzone von Würzburg mehrere Passanten mit einem Messer angegriffen und dabei drei Frauen getötet.

Jetzt soll er in eine Psychiatrie verlegt werden. Das hat nach Recherchen von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” (SZ) die Generalstaatsanwaltschaft München in dieser Woche beschlossen und eine Verlegung des Somaliers aus der Untersuchungshaft in eine psychiatrische Unterbringung beantragt. Zuerst hatte die “Mainpost” darüber berichtet. Ein Richter soll heute noch über den Antrag der Generalstaatsanwaltschaft entscheiden.

Ermittler haben Zweifel an Schuldfähigkeit des Täters

Offenbar gehen die Ermittler davon aus, dass Abdirahman J. A. seine Tat “im Zustand der Schuldunfähigkeit oder verminderten Schuldfähigkeit” begangen habe, wie es im Paragraf 126a der Strafprozessordnung heißt. In einem solchen Fall ist die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt die einzige Möglichkeit, den Verdächtigen weiter in Gewahrsam zu behalten.

Psychiatrisches Gutachten noch nicht fertig

Das psychiatrische Gutachten, mit dem der Facharzt für Psychiatrie Hans-Peter Volz beauftragt wurde, ist bis dato noch nicht fertig. Nach Angaben des Pflichtverteidigers Hans-Jochen Schrepfer soll Abdirahman J.A. der als Asylbewerber mit einer Duldung in Deutschland lebt, in den Stunden nach der Tat “in einer anderen Welt” gewesen und “wie weggetreten” sein. Ein Gespräch mit ihm sei unmöglich gewesen. Stattdessen habe der Täter mit sich selbst geredet und dabei “teils auch geschrien”.

Verdacht auf Islamismus bisher nicht bestätigt

Die zuständigen Ermittler des bayerischen Landeskriminalamtes, unterstützt durch das Bundeskriminalamt (BKA) sind in den letzten Wochen weiter der Frage nachgegangen, ob es sich bei dem Verbrechen von Würzburg um die Tat eines psychisch Kranken oder eines islamistischen Extremisten handelte. Während und kurz nach der Tat soll Abdirahman J. A. entsprechende Aussagen gemacht haben, die zunächst auf eine mögliche islamistische Motivation hindeuteten. So soll er laut Zeugenaussagen “Allahu Akbar” gerufen haben, während er die drei Frauen tötete und gegenüber einer Polizeibeamtin im Krankenhaus gesagt haben: “Ich mache Dschihad”.

Bislang konnte dieser Verdacht jedoch nicht bestätigt werden. Die Handys des Somaliers wurden inzwischen ausgewertet. Darauf sollen keine extremistischen Chats oder dschihadistische Propaganda gefunden worden sein. Die in Somalia lebende Mutter und die Ex-Frau des Attentäters gaben im Gespräch mit den Ermittlern an, dass Abdirahman J.A. kein religiöser Fanatiker sei.

Noch immer keine Vernehmung des Täters

Auch fast vier Wochen nach der Tat konnten die Ermittler den Täter nicht vernehmen. Die mehreren Versuche der Ermittler, den Somalier zu befragen, scheiterten bis dato immer daran, dass der Täter kein Einverständnis dazu gab.

 


Bild/Grafik: Shutterstock
Text: yk

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