Infoportal für Nachrichten und Hintergrundinformationen außerhalb des Mainstreams

Werbung:

Der Fall Filipp aus Meinerzhagen Anklagen erhoben im Fall des getöteten 16-Jährigen - 6 Monate später noch nicht über Zulassung der Anklage entschieden

Fast eineinhalb Jahre ist es her, als der 16-jährige Filipp S. aus Meinerzhagen bei einer Prügelei an einem Skatepark in Meinerzhagen (NRW) so schwer verletzt wurde, dass er Tage später im Krankenhaus an Hirnblutungen verstarb. Jetzt wurden Anklagen vor dem Landgericht Hagen und vor dem Amtsgericht Lüdenscheid gegen insgesamt acht Tatverdächtige erhoben. Anfragen zu Tatvorwurf und zu Informationen zu den Beschuldigten werden mit Verweis auf den Jugendschutz nicht beantwortet.
Der Fall Filipp aus Meinerzhagen Anklagen erhoben im Fall des getöteten 16-Jährigen

Inhalt

Die Geschichte von Filipp

Die Familie von Filipp stammt aus Kasachstan. Filip lebte zusammen mit acht seiner insgesamt elf Geschwister und seinen Eltern in Meinerzhagen. Als Filipp 12 Jahre alt war, kam er nach Deutschland. Hier fand er jedoch nie wirklich Anschluss, laut seiner Familie. Filipp wurde immer wieder Opfer von Mobbing und Gewalt, wie entsetzliche Videos belegen. Immer wieder wurde er von anderen Jugendlichen angegriffen und geschlagen, während die andere Mittäter die Angriffe mit ihren Handys filmten.

Wie so oft war Filipp am 30. Januar 2024 auf dem Skatepark in Meinerzhagen. Das war der Ort, an dem er sich wohlfühlte, wie sein älterer Bruder Medien gegenüber erklärte. An diesem Ort wurde Filipp Opfer eines brutalen Angriffs, der ihm das Leben kostete. Laut Zeugenaussagen wollte der 16-Jährige einen Streit unter anderen Jugendlichen schlichten. In der Folge sollen mehrere Täter auf Filipp eingeschlagen und eingetreten haben. Nach einem Schlag soll er zu Boden gegangen sein. Später sagen einige Zeugen aus, dass es weitere Tritte gegen den Kopf von Filipp gegeben haben soll, als dieser bereits am Boden lag.

Mit schwersten Kopfverletzungen wurde der Jugendliche ins Krankenhaus eingeliefert. Nachdem Filipp mehrere Tage im Koma lag, konnten die behandelnden Ärzte nur noch den Hirntod des Jugendlichen feststellen. Am 8. Februar 2024 starb Filipp, nachdem die Eltern die schwere Entscheidung treffen mussten, die lebenserhaltenden Maschinen abzustellen. Laut Obduktion waren schwere Hirnblutungen die Todesursache.

Ermittlungen ziehen sich über ein Jahr hin

Lange war es nicht klar, ob jemand für den Tod von Filipp Verantwortung übernehmen muss. Die Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaft Hagen zogen sich über ein Jahr hin. Die lange Ermittlungsdauer soll im Zusammenhang mit einem neuropathologischen Gutachten stehen, das klären soll, was die Ursache für die tödlichen Hirnblutungen war.

Dazu erklärte Oberstaatsanwalt Michael Burggräf: „Das Opfer hatte massive Blutungen im Inneren des Gehirns. Was die Blutung ausgelöst hat, wird neuropathologisch untersucht. Es gab keine Anschlussverletzung zwischen Schädel und Gehirn. Das Opfer hat auch kaum äußere Verletzungen, was objektiv gegen eine massive Gewalteinwirkung gegen Kopf oder Körper spricht.“ Das Gutachten sollte klären, wie die Hirnverletzungen zustande kamen und ob es sich um eine Straftat oder um ein schreckliches Unglück handelt.

Behörden halten sich bedeckt

Von Beginn an hielten sich die zuständigen Behörden sehr bedeckt. Mehrfache Anfragen wurden stets damit beantwortet, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Sonstige Fragen, ob es zu einer Anklage kommt oder gegen wen ermittelt wird, wurden entweder mit dem Hinweis auf die laufenden Ermittlungen abgelehnt oder auch einfach ignoriert.

Anklagen vor Landgericht und Amtsgericht erhoben

Nun kommt doch noch Bewegung in den Fall. Ende März hat die Staatsanwaltschaft Hagen vor dem Landgericht Hagen Anklage gegen einen 17-jährigen Hauptverdächtigen erhoben. Ihm wird Körperverletzung mit Todesfolge und Beteiligung einer Schlägerei vorgeworfen.

Jetzt wurde weiterhin vor dem Amtsgericht Lüdenscheid gegen sieben weitere Tatverdächtige erhoben, die zwischen 15 und 25 Jahre alt sein sollen. Ihnen wird gefährliche Körperverletzung und Beteiligung an einer Schlägerei vorgeworfen. Darüber berichtete zuerst der WDR.

Keine Auskünfte wegen jugendlichen Alter des Hauptverdächtigen

Presseanfragen gestalten sich schwierig in diesem Fall. Meine ganz aktuelle Anfrage von Montag, 26.Mai 2025 nach dem Stand der Ermittlungen wurden heute lediglich dahingehend beantwortet, dass Anklage gegen sieben Tatverdächtige vor dem Amtsgericht Lüdenscheid und gegen einen Tatverdächtigen vor dem Landgericht Hagen erhoben wurde. Weitere Fragen müsse ich aus pressehoheitlichen Gründen an die jeweiligen Gerichte stellen.

Auf meine schriftlichen Anfragen reagierte bis dato das Landgericht Hagen mit äußerst dürftigen Informationen. Das Verfahren ist am Landgericht Hagen anhängig, über die Zulassung der Anklageschrift zur Hauptverhandlung und die Eröffnung des Hauptverfahrens sei aber noch nicht entschieden worden. Prozesstermine gäbe es aus diesem Grund auch noch nicht.

Fragen zum Tatverdächtigen werden mit der Begründung geblockt, dass der Beschuldigte zur Tatzeit Jugendlicher war. Auch die Frage nach dem Tatvorwurf gegen den Hauptverdächtigen laut Anklageschrift wird nicht beantwortet. Weitere Informationen könnten gegebenenfalls  und erst nach Zulassung der Anklageschrift bereitgestellt werden.

Nachfrage ergibt: Noch keine Entscheidung über Zulassung der Anklage

Rund sechs Monate, nachdem die Staatsanwaltschaft Hagen Anklage gegen einen 17-jährigen Haupttatverdächtigen erhoben hatte, teilte das Landgericht Hagen auf Anfrage mit, dass noch keine Entscheidung über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens getroffen wurde. Der Pressesprecher erklärt, dass die Entscheidung aller Voraussicht nach jedoch noch dieses Jahre getroffen werden wird. Weitere Neuigkeiten zum Fall gäbe es nicht.

guest
1 Kommentar
Älteste
Neueste Meistbewertet
Nein.

Urteil: 1 Jahr auf Bewährung (!) + Sozialstunden. Deutschland hat fertig.

Weitere Nachrichten und Hintergrundinformationen zum Thema

Werbung:

0
Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leerZurück zum Shop

V4.0 · NEU

Ermöglichen.

Drei Wege, die unabhängige journalistische Arbeit von aktuellinformiert.de mitzutragen.

01

DIREKT UNTERSTÜTZEN

Unabhängige Recherche ermöglichen.

02

ai+

Mehr erfahren. Mehr ermöglichen.

03

UNTERNEHMENSPARTNER

Gemeinsam mehr ermöglichen.

Direkt online unterstützen

Wählen Sie im nächsten Schritt, ob Sie unsere Arbeit einmalig oder regelmäßig unterstützen möchten. Auch den Betrag bestimmen Sie selbst.

Eine Zahlung per Debit- oder Kreditkarte ist auch ohne PayPal-Konto möglich, sofern diese Option im Zahlungsfenster angeboten wird.

Lieber direkt überweisen?

Gerne senden wir Ihnen unsere Kontodaten per E-Mail zu.

Unabhängige Recherche ermöglichen

Ihre Unterstützung schafft Freiraum für Recherche, Vor-Ort-Termine, sorgfältige Aufarbeitung und die Weiterentwicklung von aktuellinformiert.de.

ai+ LIFETIME

Dauerhaft bei ai+ dabei sein

495 € einmalig inkl. MwSt.

Sie möchten ai+ Lifetime per Banküberweisung bezahlen? Schließen Sie Ihren Zugang hier ab. Im Anschluss erhalten Sie die Zahlungsinformationen per E-Mail. Ihr dauerhafter Zugang zu ai+ wird nach Zahlungseingang freigeschaltet.

Falls Sie bereits ein Konto bei aktuellinformiert.de besitzen, geben Sie bitte Ihren bestehenden Benutzernamen an.

IHRE AUSWAHL

Zugang ai+ Lifetime
Beitrag 495 € einmalig inkl. MwSt.
Zahlungsart Banküberweisung

Die Zahlungsinformationen erhalten Sie nach Abschluss per E-Mail. Ihr dauerhafter Zugang zu ai+ wird nach Zahlungseingang freigeschaltet. Es fallen keine regelmäßigen Mitgliedsbeiträge an und es erfolgt keine erneute Abbuchung.

ai+ SUPPORT-MITGLIEDSCHAFT

ai+ Support-Mitglied werden

99 € für 12 Monate inkl. MwSt.

Keine automatische Verlängerung.

Sie möchten Ihre ai+ Support-Mitgliedschaft per Banküberweisung bezahlen? Schließen Sie Ihre Mitgliedschaft hier ab. Im Anschluss erhalten Sie die Zahlungsinformationen per E-Mail. Ihr Zugang zu ai+ wird nach Zahlungseingang für zwölf Monate freigeschaltet.

Falls Sie bereits ein Konto bei aktuellinformiert.de besitzen, geben Sie bitte Ihren bestehenden Benutzernamen an.

IHRE MITGLIEDSCHAFT

Mitgliedschaft ai+ Support-Mitgliedschaft
Beitrag 99 € für 12 Monate inkl. MwSt.
Zahlungsart Banküberweisung

Die Zahlungsinformationen erhalten Sie nach Abschluss per E-Mail. Ihr Zugang zu ai+ wird nach Zahlungseingang für zwölf Monate freigeschaltet. Die Mitgliedschaft endet anschließend automatisch. Es erfolgt keine automatische Verlängerung oder erneute Abbuchung.

Generic filters
1
0
Wir freuen uns auf Ihre Meinung, bitte hinterlassen Sie einen Kommentar.x