Erinnerung an Leo S. – Heute vor zwei Jahren geschah das grausame Verbrechen in Frankfurt Mutter und Junge von Eritreer vor Zug gestoßen

Erinnerung an Leo S. – Heute vor zwei Jahren geschah das grausame Verbrechen in Frankfurt
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Heute vor zwei Jahren erschütterte ganz Deutschland ein grausames Verbrechen, dass sich am Morgen des 29. Juli 2019 in Frankfurt ereignete. Für die Familie des 8 Jahre alten Leo S. ist seitdem nichts mehr wie es war.

Es sollte in den Urlaub nach Österreich gehen. Der achtjährige Leo S. und seine 40 Jahre alte Mutter Biance wollten gemeinsam mit dem ICE nach Österreich fahren. Die 12 jährige Schwester von Leo wollte lieber gemeinsam mit einer Freundin der Mutter und deren Sohn im Auto fahren. Sie sollten nie in Österreich ankommen.

Der 40 jährige Eritreer Habte A. befand sich in Deutschland auf der Flucht vor den Schweizer Behörden. In der Schweiz wurde er seit ein paar Tagen polizeilich gesucht. Der Mann habe seine Nachbarin mit einem Messer bedroht und eingesperrt. Daraufhin sei er in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben gewesen, sagte Bundespolizeipräsident Dieter Romann am Dienstag in Berlin bei einer Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und BKA-Präsident Holger Münch. Der Tatverdächtige hatte demnach am Donnerstag seine Ehefrau und die drei gemeinsamen Kleinkinder im Alter von ein, drei und vier Jahren sowie eine Nachbarin in ihren Wohnungen in Wädenswil eingesperrt.

Mit dem Zug flüchtete Habte A. nach Deutschland. Am Bahnhof in Frankfurt kam es dann am Morgen des 29. Juli  zu der schrecklichen Attacke am Gleis 7. Leo und seine Mutter warteten zusammen mit anderen Passagieren auf den ICE. Der Eritreer stieß Bianca und ihren Sohn Leo direkt vor den einfahrenden ICE auf die Bahngleise. Die Mutter konnte sich retten, für Leo kam jede Hilfe zu spät. Er wurde vom Zug überrollt und starb noch am Tatort.

Familie äußert sich ein Jahr später

Anlässlich der Gerichtsverhandlung, die am 19. August 2020 begann, hat die Familie von Leo eine Erklärung durch ihren Anwalt verlesen lassen, in der sie über ihre Trauer berichten und mehr Sicherheit an Bahnhöfen fordern. Aber auch die Ermittlungsarbeit der Behörden kritisieren sie. Auszüge aus der Erklärung:

“Seit dem tragischen Verlust unseres kleinen Sohns und Bruders geht es uns nicht gut, in den vergangenen Monaten stand einzig die Erinnerung und Trauer um unseren kleinen Leo im Vordergrund.

Mit dem bisherigen Ermittlungs- und Verfahrensstand sind wir als Eltern nicht zufrieden, hier unter anderem mit der Vor- und Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den schweizerischen Behörden. Schreckliche Taten wie diese, sowie tragische Unfälle, dürfen in Zukunft nicht mehr geschehen und hingenommen werden.”

“Der schlimme, frühe Tod unseres geliebten Sohnes und Bruders, Enkels und Neffen ist für die gesamte Familie der schwerste Schicksalsschlag, dessen Schmerz uns das ganze Leben lang begleiten wird. Wir wünschen uns für unseren Sohn eine kleine Gedenktafel auf dem Bahnsteig und sind hierzu derzeit mit der Deutschen Bahn in Abstimmung.”

Weiter warnen die Eltern in dem Schreiben, dass Taten wie diese jederzeit wieder geschehen können. Zudem haben die von Bundesinnenminister Seehofer kurz nach der Tat angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Bahnverkehr bis heute zu keinem sichtbaren Ergebnis geführt, heißt es in dem Schreiben weiter. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass eine bessere Überwachung des Bahnhofes möglichweise den Tod von Leo verhindert hätte. Vielversprechende Ansätze zur Überwachung öffentlicher Orte werden derzeit getestet.

Einen absoluten Schutz vor Gewalttaten psychisch kranker Menschen kann es naturgemäß nicht geben, ist in dem anwaltlichen Schreiben zu lesen. Allerdings würden zu viele psychisch kranke Menschen gegen den Rat der behandelnden Fachärzte aus geschlossenen Kliniken wieder entlassen, weil die von ihnen ausgehende Selbst- oder Fremdgefährdung für die Justiz nicht akut genug ist, heißt es weiter.

Dauerhafte Unterbringung in Psychiatrie – Täter geht in Revision

Das psychiatrische Gutachten ging von Schuldunfähigkeit aus, bescheinigte dazu eine hohe Wahrscheinlichkeit, für weitere Straftaten bis hin zu Tötungsdelikten. Der Gutachter empfahl die psychiatrische Behandlung im geschlossenen Hochsicherheitsbereich. So lautete zuletzt auch das Urteil.

Die Verteidiger des Täters gingen jedoch gegen das Urteil des Landgerichts in Revision. Der Bundesgerichtshof muss nun das Urteil überprüfen.

Merkel flog am Tattag in den Urlaub – ohne ein Wort

Kanzlerin Merkel flog an selbem Tag, als Leo S. auf so grausame Weise das Leben genommen wurde, mit dem Helikopter in den Urlaub nach Südtirol. Bis heute hat sie kein Wort zu dieser schrecklichen Tat verloren.

Wir möchten an Leo S. heute erinnern.
Wir dürfen niemals vergessen.


Foto/Grafik: ai
Text: yk

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