Erster Jahrestag des Angriffs im ICE in Brokstedt Vorbestrafter Palästinenser tötete zwei junge Menschen und verletzte fünf weitere schwer

Heute vor einem Jahr nahm das Leben der Fahrgäste eines Regionalzugs eine schreckliche Wende.
Der staatenlose Palästinenser Ibrahim A. griff anlasslos mehrere Menschen mit einem Messer an.
Der 19 Jahre alte Danny P. und dessen 17 jährige Freundin Ann-Marie K. wurden bei dem Angriff getötet.
Weitere fünf Menschen wurden schwer verletzt.
Eine Frau, die bei der Attacke so schwer verletzt wurde, dass sie in der Klinik ins künstliche Koma versetzt werden musste, begann Monate nach der Tat Selbstmord.

Aktuell läuft der Prozess gegen den 34 jährigen vor dem Landgericht Itzehoe.

Ibrahim A. Ein Terrorist oder psychisch krank?

Wichtigste Frage im Prozess wird sein, ob Ibrahim A. schuldfähig ist oder wegen einer psychischen Erkrankung für die Tat nicht verurteilt werden kann. Viel spricht dafür, dass er die Tat bewusst begann und jetzt im Prozess versucht, durch Vortäuschen einer psychischen Erkrankung einer Verurteilung zu entgehen und stattdessen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird.

Der Fall des Somaliers Souleman A., der im Sommer 2018 in Offenburg einen Arzt in seiner Praxis bestialisch ermordet hatte, zeigt, dass die Dauer der Unterbringung in einer forensischen Klinik nach § 63 wegen Schuldunfähigkeit auch nach schwersten Gewaltverbrechen oftmals viel kürzer ist, als die für die Tat vorgesehene Haftstrafe.
So erhielt der Mörder des Arztes bereits 5 Jahre nach der Tat tagsüber täglichen mehrstündigen Ausgang ohne Aufsicht.
Fünfeinhalb Jahre nach der Tat wurde der Täter schlussendlich nach Somalia abgeschoben. Als freier Mann wohlgemerkt, denn er wurde ja nicht verurteilt. Offensichtlich hatte er während der Dauer seines Aufenthalts in Deutschland in seiner Heimat geerbt, sodass er nun völlig unbescholten ein neues Leben anfangen kann. In dem Land, aus dem er angeblich fliehen musste.
Bei seiner Einreise nach Deutschland hatte er im Asylantrag unwahre Angaben gemacht, weswegen auch im Prozess im Jahr 2019 wegen Mordes die Identität nicht eindeutig geklärt war, weil er Aliasnamen verwendete und die Behörden nicht sicher feststellen konnten, ob der Täter aus Somalia oder Dschibuti stammt.

Zeuge sagt aus, Ibrahim A. täuscht psychische Erkrankung vor

Während des aktuellen Prozess gegen Ibrahim A. sagte ein Mitinsasse aus, dass der Angeklagte den Plan verfolge, nur so zu tun, als sei er psychisch krank. Ziel von Ibrahim A. sei, in die Psychiatrie zu kommen, so der 26 jährige Zeuge. Auf Nachfrage des Gutachters sagte der Mitinsasse, er habe nie mitbekommen, dass Ibrahim A. Stimmen gehört oder Halluzinationen gehabt habe.

Über das Verhalten von Ibrahim A. in der JVA berichtete der 26-jährige Zeuge, dass dieser unter anderem gegen die Tür geschlagen, die Wände und die Toilette in seiner Zelle beschädigt, Justizbeamten Wasser ins Gesicht geschüttet und sie auch bespuckt habe. Auch er selbst wurde vom Beschuldigten bespuckt und beschimpft, führt der Zeuge aus.
Während er Hofgang hatte, soll A. durchs Fenster zu ihm gesagt haben “Ich töte dich, so wie ich die zwei getötet habe.” Außerdem habe er seine Familie beleidigt, so der Zeuge. Ibrahim A. widersprach später über seinen Verteidiger, den Mithäftling mit dem Tod bedroht zu haben.

Täter war bereits früher in Haft aggressiv und soll Anschläge angedeutet haben

Ibrahim A. war bereits vor der Angriff im Zug in Haft und wurde nur Tage zuvor freigelassen.
Im Haftprotokoll finden sich brisante Einträge.
Am 6. August 2022 soll Ibrahim A. in der Haft auf dem Weg zum Hofgang zu einem JVA-Beamten gesagt haben:
„Großes Auto, Berlin, das ist die Wahrheit!“
Einen anderen Beamten fragt er zweimal, ob er auch „unter die Reifen“ will?

Später dann, als die Schließer die Tür dicht machen wollen, dreht sich Ibrahim A. noch einmal zu ihnen um und sagt: „Es gibt nicht nur einen Anis Amri, es gibt mehrere: Ich bin auch einer!“

Weiterhin soll das Haftprotokoll gefüllt mit Meldungen von Übergriffen und Gewalttaten gegenüber den JVA Mitarbeitern sein. Aber offensichtlich hat niemand hat es für nötig gehalten, zu reagieren. Ibrahim A. kam frei und tötete nur Tage später im Zug zwischen Hamburg und Kiel die zwei Jugendlichen und verletzte mehrere Menschen schwer.

Ibrahim A. erhielt Verlängerung des subsidiären Schutzes nur aufgrund Behördenversagen

Der staatenlose Palästinenser ist bereits vor dem Angriff im Zug strafrechtlich in Erscheinung getreten und verurteilt worden. So wurde A. bereits in Nordrhein-Westfalen mehrfach verurteilt. Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn, Jonas Stallkamp, gibt es drei Verurteilungen des Amtsgerichts Euskirchen.

2015 wurde Ibrahim A. wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe verurteilt. 2016 kam eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung dazu. Und im Jahr 2018 kam es neuerlich zu einer Geldstrafe wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Weiter soll der Angeklagte mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten sein, unter anderem wegen Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Sexualdelikten. Einige Verfahren sollen eingestellt worden sein.

Die Straftaten, die er begangen hatte, waren dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) jedoch über Jahre hinweg nicht bekannt. So wurde A. der subsidiäre Schutz und zugesprochen und das trotz der Verurteilungen in NRW. Ein Ergebnis fehlender und unklarer Kommunikationswege.

Wie auch immer das Urteil im Prozess gegen Ibrahim A. ausfallen mag. Eines ist klar.
Danny und Ann-Marie kommen nicht mehr zurück. Sie mussten die Begegnung mit dem staatenlosen Palästinenser, der vielleicht nicht in Freiheit hätte sein dürfen, mit ihrem Leben bezahlen.

Opfer-Fotos: Privat

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