Europaweite Bauernproteste: Kampf gegen Kostenexplosion und strenge EU-Auflagen Von Frankreich bis Polen: Landwirte erheben Stimme gegen Green Deal und Agrarpolitik

Die Bauernproteste sind nicht nur auf Deutschland beschränkt. Europaweit wehren sich die Landwirte gegen immer höhere Kosten und die ausufernde Bürokratie, die hauptsächlich durch EU-Regeln und Auflagen, wie den sogenannten „Green Deal“ entstanden sind.

Auflagen der EU und Green Deal machen es den Bauern schwer

Die Probleme der Bauern und Landwirte in den EU Ländern sind überall dieselben.
Stetig steigende Kosten und immer strengere Umwelt- und Ökoauflagen. Zwar verspricht die als GAP bezeichnete gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union den Bauern Subventionen, jedoch profitieren zum Einen davon hauptsächlich Großbetriebe während kleine Familienbetriebe kaum in der Lage sind, die Auflagen für den Erhalt der Subventionen überhaupt zu erfüllen.

In Frankreich ist die Wut groß

Wer sich noch an die Proteste der Gelbwesten erinnern kann, weiß, dass die Franzosen zu Vielem bereit sind, um gegen die Regierung zu protestieren. Anders als in Deutschland kommt es oft zu tagelangen, teils auch gewalttätigen Protesten.
Auch die Bauern in Frankreich haben einen langen Atem. Seit vergangenen Donnerstag sind Teile der Autobahn A64 bei Toulouse und viele Nebenstraßen komplett blockiert.
Rund 500 Traktoren sind vor Ort. Die Bauern haben Heuballen und sogar Container auf die Straßen platziert. Und die Landwirte wollen nicht so schnell aufgeben. Für Proviant ist genauso gesorgt wie für die Verrichtung der menschlichen Bedürfnisse. Sogar Baustellen-Toiletten wurden herangekarrt.

Heute früh haben zudem noch rund 50 Traktoren alle drei Zufahrtswege zum Kernkraftwerk Golfech in Tarn-et-Garonne von Landwirten blockiert. Auch die Autobahn A62 bei Castelsarrasin ist seit heute in beiden Richtungen (Toulouse-Bordeaux und Bordeaux-Toulouse) gesperrt.

Der neue Premierminister Gabriel Attal wird sich heute um 18 Uhr mit Vertretern des Bauernverbands FNSEA und der Young Farmers Union zu Gesprächen treffen. Die Angst vor einem Flächenbrand an Bauernprotesten treibt die französische Regierung um.

Auch in Polen und Rumänien rotestieren die Landwirte

In Polen und Rumänien dauern die Bauernproteste bereits seit knapp zwei Wochen an.
Mittlerweile haben sich einige Transportunternehmen den Bauernprotesten angeschlossen.
Wie in Deutschland werden Straßen und Autobahnen blockiert. Weil Gespräche mit den Regierungen in der vergangenen Woche gescheitert sind, werden die Proteste in Rumänen und Polen weiter andauern, wie Sprecher der Landwirte in beiden Ländern versicherten.

Auch in Deutschland gehen Bauernproteste weiter

Auch diese Woche soll es Protestaktionen der Bauern in Deutschland geben.
So sollen diese Woche in ganz Deutschland Sternfahrten, einzelne Demonstrationen, Blockaden und viele Mahnfeuer geben, die sich nicht nur gegen die Streichung der Steuervergünstigungen richten sondern immer mehr gegen die Politik der aktuellen Regierung.

Bis dato ist jedoch noch wenig über die geplanten Aktionen bekannt.
Für mehrere Bundesländer, unter anderem Sachsen und Rheinland-Pfalz wurden Proteste angekündigt, jedoch sind noch wenige Details bekannt.

In Kandel in der Pfalz war heute von 6 Uhr bis 6.30 Uhr eine Landstraße auf Höhe Kandel Süd beidseitig gesperrt.
Die L554/ Kandeler Straße bei Neulauterburg sowie der Grenzübergang Neulauterburg sind ab ca. 7 bis ca. 14 Uhr beidseitig für den Verkehr gesperrt.

In Mecklenburg-Vorpommern hat die Initiative „Unternehmeraufstand MV“ für heute an 5 Orten, in Rostock, Schwerin, Greifswald, Stralsund und Neubrandenburg Proteste angekündigt, an denen sich Bauern und Landwirte beteiligen wollen. Für heute sind 26 Autokorsos geplant. Aktuell kommt es daher weitläufig zu Verkehrsbehinderungen.

Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

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