Landratsamt Neu-Ulm mietet Haus und quartiert 15 männliche Asylbewerber ein – hinter dem Rücken des Bürgermeisters Zweifamilienhaus in Bellenberg ist jetzt Flüchtlingsunterkunft

In Bellenberg, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Ulm hat das zuständige Landratsamt ein Zweifamilienhaus angemietet, um dieses als Unterkunft für Asylbewerber zu nutzen. Das Problem: Das Landratsamt hatte es nicht für nötig gehalten, die Anwohner über die Anmietung zu informieren. Aber es kommt noch besser. Man agierte sogar hinter dem Rücken des Bürgermeisters.

Durch Anrufe besorgter Einwohner erfuhr der Bürgermeister von der neuen Unterkunft

Vergangenen Freitag erhielt der Bürgermeister der 4.700 Einwohner großen Gemeinde mehrere Anrufe von Bewohnern, die wissen wollten, was da in der Lerchenstraße vor sich geht. Nachbarn sahen, wie mehrere Transporter vor das bis dato leerstehende Haus fuhren und anschließend unzählige Betten in das Haus getragen wurden.

Auf die Fragen der Einwohner konnte der Bürgermeister zunächst keine Antwort geben.

„Ich bin behördlicherseits nicht informiert worden, ich wusste von nichts“, so Oliver Schönfeld.

Erst auf dessen Nachfrage bestätigte das Landratsamt Neu-Ulm dem Bürgermeister, dass das Haus nun von Asylbewerbern bewohnt wird.

Zweifamilienhaus für 15 Männer aus der Türkei und dem Irak

Das Zweifamilienhaus hat das Landratsamt von einem türkischen Unternehmer angemietet, und ist jetzt das neue Zuhause von 14 Männern aus der Türkei und einem Iraker. Die ersten Männer sind heute bereits eingezogen. Auf dem Briefkasten sind bereits viele unterschiedliche Namen zu lesen. Weitere Männer werden im Laufe der Woche einziehen.
In jedem Zimmer des Hauses wurden Betten aufgestellt, sogar in der Küche gibt es jetzt Schlafplätze, wie man jetzt erfuhr.

Anwohner sind ältere Menschen und Familien

In der kleinen Straße wohnen hauptsächlich ältere Menschen und Familien mit insgesamt 25 Kindern. Die Anwohner seien zutiefst besorgt, laut dem Bürgermeister.

Oliver Schönfeld kann die Verunsicherung der Menschen auch mit Blick auf das in der Nähe liegende Illerkirchberg verstehen. „Ich finde es schade, dass ich vorher nichts abstimmen, die Menschen nicht darauf vorbereiten konnte“, sagt der Bürgermeister.
70 Wurfsendungen hat die Gemeinde an diesem Mittwoch in der nahen Umgebung der neuen Unterkunft verteilen lassen. Darin werden die Anwohner zu einem Informationsaustausch eingeladen.

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