Einen Tag vor Tat ging Muhammad A. in Psychiatrie
Wie das “Göttinger Tageblatt” zuerst berichtet, soll der 31-jährige Muhammad A. einen Tag bevor er die 16-jährige Liana K. vor einen Zug gestoßen hatte, freiwillig in die Psychiatrie der Asklepios Klinik in Göttingen gegangen sein. Dort stellte man jedoch keine Hinweise auf Eigen- oder Fremdgefährdung fest. Noch am selben Tag wurde der 31-Jährige wieder auf eigenen Wunsch – entgegen dem Rat der Ärzte. Möglicherweise hätte die schreckliche Tat verhindert werden können.
Mehrfach in psychiatrischer Klinik
Wie die Regionalzeitung weiter berichtet, war Muhammad A. bereits mehrfach Patient in der psychiatrischen Klinik. Unter anderem wurde er zweimal zwangseingewiesen. Eine zwangsweise Einweisung nach dem Niedersächsischen Gesetz zur Sicherung und Unterbringung von psychisch Kranken ist unter strengen Bedingungen für einen kurzen Zeitraum möglich. Voraussetzung dafür ist, dass bei dem Betroffenen eine psychische Erkrankung und eine gegenwärtige, akute Fremd- und Eigengefährdung vorliegt, die nicht mit anderen Mitteln abgewendet werden kann. Die letzte zwangsweise Einweisung soll am 22. Juli 2025 erfolgt sein, zwei Tage nach seiner Entlassung aus der Haft, wo er eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßte.
Offensichtlich erkannte man die akute Eigen-und Fremdgefährdung bei dem Tatverdächtigen nur einen Tag vor der Tat nicht. Sonst könnte die 16-jährige Liana K. möglicherweise noch leben.
Foto: Simon-Martin Friedland-Bahnhof, Straßenseite, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
