Prozess wegen Vergewaltigung einer 11 jährigen in Ulm gestartet Zwei Bulgaren angeklagt - dritter Tatverdächtiger nicht mehr auffindbar

Prozess wegen Vergewaltigung einer 11 jährigen in Ulm gestartet
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Am Montag hat der Prozess gegen zwei 19-Jährige Bulgaren wegen Vergewaltigung einer 11 jährigen vorm Landgericht in Ulm begonnen. Die Ermittler fanden Material, das die Angeklagten deutlich belastet.

Die Aufnahmen, die am Montag im Saal 319 des Landgerichts Ulm gezeigt wurden, sind angesichts des abscheulichen Verbrechens schwer zu ertragen. Das Bild eines lachenden Mannes erscheint auf dem Monitor. Die Aufnahme soll den bulgarischen Beschuldigten K. kurz nach der Vergewaltigung einer damals Elfjährigen in Geislingen zeigen. K ist einer der Angeklagten im Prozess.

Die bulgarischen Staatsangehörigen K. und I. müssen sich seit Montag vor Gericht verantworten. Die Anklage von Oberstaatsanwalt Michael Bischofberger lautet: schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes in Tateinheit mit Vergewaltigung und Körperverletzung. Zudem wird K. Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

Tatverdächtige nahmen das Mädchen in Wohnung mit 

Die beiden 19-Jährigen sollen das spätere Opfer laut Staatsanwaltschaft Ulm am 4. März dieses Jahres gegen 17 Uhr in der Nähe der Geislinger Stadtkirche getroffen haben. Die Männer fragten das ihnen flüchtig bekannte Mädchen, ob sie mit ihnen mitkommt, was diese abgelehnt hat. Daraufhin hätten die 19-Jährigen sich bei ihr eingehakt und seien mit ihr in eine Wohnung in der Lammgasse gegangen, so die Anklage. In der Wohnung befand sich bereits A., ebenfalls ein bulgarischer Staatsbürger und ein Bekannter der beiden Angeklagten.

11 jährige wurde von Angeklagtem ins Schlafzimmer gezerrt

Das Mädchen sagte den Männern, dass sie erst elf Jahre alt ist. Doch K. fing an, sie zu küssen. Außerdem drohte er, ihr Handy zu zerbrechen, wenn sie nicht mit ihm schlafe. Als sich die Elfjährige wehrte, soll K. sie ins Schlafzimmer gezerrt und dabei an den Haaren gezogen haben. Laut Anklage vergewaltigte K. die Elfjährige, indem er sie zum Vaginal- und Oralverkehr zwang und sie gewürgt hat.
Die anderen beiden Männer standen dabei auf der Türschwelle und schauten dem Verbrechen zu.

Die Elfjährige wollte flüchten, doch die Männer schlossen die Wohnungstür ab. Dann hat der zweite Angeklagte I. das Mädchen vergewaltigt. Auch der dritte Mann, A., habe sich der Elfjährigen genähert, doch als diese ihn ohrfeigte soll er von ihr abgelassen haben.

Dies deckt sich mit den Ermittlungsergebnissen. Demnach stellten sie bei dem Mädchen Spermaspuren von K. und I, aber nicht von A. fest. Alle drei haben jedoch DNA-Spuren am Opfer hinterlassen. An einer Verletzung am Hals des Kindes befand sich jedoch nur die DNA von K.

Das Mädchen hat nach der Tat die Wohnung verlassen und gegen 19 Uhr eine Polizeistreife getroffen. Das sagt eine Polizistin aus, die am ersten Prozesstag als einzige Zeugin vernommen wird. Die Elfjährige erzählte den Streifenpolizisten von der Vergewaltigung und beschrieb ihre Peiniger. Dadurch konnten die drei Bulgaren noch in der Nacht festgenommen werden. Bei der Festnahme soll sich K. zunächst gewehrt haben.

Täter filmten Vergewaltigung mit dem Handy

Die Männer haben die Vergewaltigung gefilmt, gab das Opfer der Polizei zu Protokoll. Auf dem Handy von A. konnten zwei Videos gesichert werden. Auf dem ersten Video ist das Mädchen zu sehen, wie es weinend auf dem Bett sitzt. Das zweite Video zeigt die Angeklagten, wie sie nach der Tat an einem Tisch sitzen.

Dritter Mann nicht mehr auffindbar

Weil der dritte Mann A. sich an der Vergewaltigung selbst nicht beteiligte wurde er nach ungefähr acht Wochen Untersuchungshaft entlassen, berichtet Bischofberger auf Nachfrage der GZ. Der Staatsanwalt hätte auch A. anklagt, allerdings sei dieser derzeit nicht mehr auffindbar.

Der nächste Verhandlungstag ist am kommenden Mittwoch. Sieben Zeugen sollen dann verhört werden. Auch das Opfer soll am Mittwoch aussagen. Das jetzt 12 Jahre alte Mädchen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Unklar ist noch, ob auch die beiden Angeklagten während der Befragung ausgeschlossen werden. Darüber hat das Landgericht Ulm noch zu entscheiden.


Foto/Grafik: Shutterstock /ai
Text: yk


 

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