Renten in Baden-Württemberg Fast die Hälfte der Renten weniger als Bürgergeld

Nach ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2022 erhalten rund 3 Millionen Menschen in Baden-Württemberg aus Altersgründen Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Von diesen 3 Millionen Rentnern verfügten 41,1 Prozent über ein persönliches Nettoeinkommen von weniger als 1.250 Euro pro Monat.

Rentnerinnen stärker von Armut betroffen als Rentner

Weit mehr als die Hälfte der Frauen, nämlich 54,6 Prozent, die aus Altersgründen eine gesetzliche Rente beziehen, hatten ein geringeres persönliches Nettoeinkommen von 1.250 Euro monatlich zur Verfügung.
Bei den Männern beträgt dieser Anteil 24 Prozent.

Großer Anteil von Renten sogar unter 1.000 Euro

Eine gesetzliche Rente von unter 1.000 Euro monatlich erhalten 27 Prozent. Bei den Frauen kommen sogar 37,8 Prozent auf eine Rente von unter 1.000 Euro monatlich. Der Anteil bei den Männern beträgt 12,5 Prozent.

Diagramm zu Renten in Baden-Württemberg

Bürgergeld höher als viele Renten

Vergleicht man den Anspruch auf Leistungen des Bürgergeldbezugs in Baden-Württemberg stehen viele Rentenbezieher in der Regel schlechter da.
Der monatliche Regelsatz für 1 Person im Bürgergeld-Bezug beträgt 563 Euro.
Hinzu kommt die Übernahme der Mietkosten. Hier gibt es in den Landkreisen verschiedene Mietobergrenzen.
Am Beispiel Stuttgart gerechnet liegt die Obergrenze für die Netto-Kaltmiete bei 566 Euro im Jahr 2024.
Die Heizkosten zusätzlich vom Jobcenter übernommen, in der Regel in voller Höhe, solange der Verbrauch nicht unangemessen hoch ist.

Der Regelsatz im Bürgergeld plus die Übernahme der Kosten für die Netto-Kaltmiete durch das Jobcenter beträgt also bei diesem Beispiel bereits € 1.129 Euro. Hinzu kommt noch die Übernahme der Heizkosten in angemessener Höhe.
Somit hat eine Person im Bürgergeld Bezug ungefähr dieselbe Summe zur Verfügung wie 41 Prozent der Rentner und sogar mehr Geld als 27 Prozent der Rentner in Baden-Württemberg.

Sicher besteht für viele Rentner die Möglichkeit, Leistungen aus der Grundsicherung zu beantragen.
Es muss aber hinterfragt werden, wie es sein kann, dass beinah die Hälfte der Rentner in Baden-Württemberg kaum mehr Geld zur Verfügung hat als ein Bürgergeld-Empfänger und zudem ihren Lebensunterhalt nach einem arbeitsreichen Leben nur unter Zuhilfenahme von staatlichen Sozialleistungen bestreiten können.

Quelle: https://www.statistik-bw.de/Presse/Pressemitteilungen/2024015

Foto: Huy Phan

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Kommentare

  1. Es ist einfach nur beschämend, was hier passiert. Aber wenn ich mir vorstelle, wie viele dieser Rentner gerade gegen rechts (nicht nur gegen rechtsextrem) dummonstrieren, und damit genau diese linke Politik und damit ihre eigene Situation auch noch unterstützen, macht mich das fassungslos. Kann man das nur mit der Hetze und Propaganda der Ampel erklären oder ist da nicht eine gehörige Portion Dummheit im Spiel?

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