Scheinvaterschaften – ein Problem mit weitreichenden Folgen Hätte ein Mord verhindert werden können?

Eine Gesetzeslücke ermöglicht tausendfachen Sozialbetrug und das Erschleichen von Aufenthaltstiteln.
Durch die falsche Anerkennung einer Vaterschaft durch Männer, die im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit sind, erhalten die Kinder, die gar nicht ihre sind, wie auch deren Mütter Sozialleistungen und einen Aufenthaltstitel.
Ein Geschäftsmodell, das möglicherweise einen Mord an einem 15 jährigen Mädchen erst möglich gemacht hat.

Die Morde an zwei Mädchen in Wiblingen

Am Ostermontag 2023 tötete ein 41 jähriger Roma mit serbischer Staatsangehörigkeit seine 7 jährige Tochter auf einem Schulhof.
Offensichtlich aus religiösen Wahn war er der Meinung, er müsse eines seiner Kinder opfern. Um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen lockte er seine Tochter aus der Wohnung und gab vor, mit ihr auf dem Schulhof Indianer spielen zu wollen.
Er fesselte ihre Hände und schnitt ihr die Kehle durch. Polizisten sagten im Prozess aus, dass das Mädchen beinah enthauptet wurde.

Zu Beginn der Ermittlungen gingen die Behörden davon aus, dass der Mörder nicht der Vater des 7 jährigen Kindes ist, sondern lediglich der Lebensgefährte der Mutter des Mädchens. Ein anderer Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit hatte die Vaterschaft des Mädchens anerkannt, was dem Kind, der Mutter und den anderen Geschwistern den legalen Aufenthalt in Deutschland ermöglichte.

DNA Test deckt falsche Vaterschaftsanerkennung auf

Im Zuge der Ermittlungen rund um den Mord an dem 7 jährigen Mädchen wird klar, dass die Anerkennung der Vaterschaft durch einen Deutschen ein Betrug war und der Mörder auch der Vater des Mädchens ist. Offensichtlich wurde die Vaterschaft anerkannt, um der Familie einen Aufenthaltstitel zu verschaffen, was auch gelang. Die Mutter konnte in Deutschland mitsamt ihren Kindern bleiben.
Die Familie lebte in Wiblingen mit dem tatsächlichen Vater der Kinder und gab ihn einfach als Lebensgefährten der Mutter aus.

Sohn tötete die 15 jährige Cagla

So entsetzlich der Mord an dem 7 jährigen Mädchen auch war, blieb es nicht das einzige Verbrechen, das im Umfeld der Familie geschah. Der 15 jährige Sohn des Mörders und Bruder des getöteten Mädchens tötete im Dezember 2023 die 15 jährige Cagla in Wiblingen. Manuel galt als eifersüchtig und soll mit dem westlichen Lebensstil seiner gleichaltrigen Freundin Cagla nicht einverstanden gewesen sein.

In einem Waldstück in Wiblingen erwürgte er das 15 jährige Mädchen. Nach der Tat rief er, wie schon sein Vater beim Mord an seiner Schwester, selbst die Polizei. Cagla konnte durch Rettungskräfte kurzzeitig wiederbelebt werden, verstarb jedoch Tage später in der Klinik. Nur noch Maschinen hatten sie am Leben gehalten.

Dringend Gesetzesanpassung nötig

Die Kosten, die dem Steuerzahler durch falsche Vaterschaftsanerkennungen entstehen, wurden bereits 2017 durch das Bundesinnenministerium auf über 150 Millionen Euro beziffert. Aktuellere Zahlen liegen zwar nicht vor, jedoch dürften die Kosten seither noch weiter angestiegen sein.

Vielleicht hätte der Mord an dem 7 jährigen Mädchen durch den eigenen Vater nicht verhindert werden können. Denn womöglich wäre dieser auch geschehen, wenn die Familie sich nicht durch die falsche Vaterschaftsanerkennung legal in Deutschland aufgehalten hätte.
Cagla wäre jedoch unter Umständen ihrem 15 jährigen Freund und späteren Mörder nie begegnet und könnte noch am Leben sein.

Nicht nur, um den tausendfachen Sozial- und Aufenthaltsbetrug, der mithilfe falscher Vaterschaftsanerkennungen durch deutsche Staatsangehörige erst möglich wird, braucht es dringend eine Anpassung der entsprechenden Gesetze, sondern auch, um mögliche Taten, wie der Mord an der 15 jährigen Cagla zu verhindern.

Das Problem ist jedoch, dass die falsche Vaterschaftsanerkennung nicht einmal dann für nicht erklärt werden kann, wenn durch einen DNA Test eindeutig festgestellt wurde, dass die Anerkennung nicht den Tatsachen entspricht. Hier muss der Gesetzgeber dringend nachbessern.

 


Foto: Piron Guillaume

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