Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen übernommen
Nach Rückfrage beim zuständigen Polizeipräsidium Südosthessen wird uns mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft Hanau zwischenzeitlich die Ermittlungen übernommen hat. Fragen zu etwaigen Vorstrafen der Tatverdächtigen könne man aktuell wegen der laufenden Ermittlungen nicht beantworten. Auch die Frage, ob sich einer oder mehrere Tatverdächtige in Untersuchungshaft befinden, will man zuerst, mit selber Begründung, nicht beantworten. Auf Nachfrage teilt uns die Pressesprecherin mit, dass alle Tatverdächtigen nach den Vernehmungen auf freien Fuß gesetzt wurden.
Drei Tatverdächtige konnte man noch vor Ort im Freibad vorläufig festnehmen, ein weiterer Tatverdächtiger wurde kurze Zeit später außerhalb des Freibads vorläufig festgenommen. Der Bürgermeister von Gelnhausen, Christian Litzinger (CDU) bestätigte gegenüber der BILD-Zeitung, dass es sich bei den Tatverdächtigen um syrische Staatsangehörige handelt, die alle aus einer Familie stammen, die im Main-Kinzig-Kreis wohnhaft ist.
Bürgermeister verharmlost sexuelle Übergriffe – FDP Fraktionsvorsitzender erhebt schwere Vorwürfe
Offenbar hat es im Laufe der Jahre immer wieder Berichte von Badbesuchern zu übergriffigem Verhalten gegeben. Der Fraktionsvorsitzende der FDP Gelnhausen erhebt nach den aktuellen Vorfällen schwere Vorwürfen gegenüber dem Bürgermeister. Seit Jahren würde sich eine veränderte Sicherheitssituation im Freibad abzeichnen, Berichte von Übergriffen soll es seit Jahren gegeben haben, die auch das Rathaus erreicht hätten, aber folgenlos blieben.
Als die FDP Fraktion das Thema Sicherheit im Schwimmbad auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung gesetzt hatte, sei man vom Bürgermeister beschimpft und als den Ruf der Gelnhäuser Bäder schädigende Populisten bezeichnet worden.
Der Bürgermeister Christian Litzinger selbst versuchte unterdessen, die sexuellen Übergriffe auf Mädchen und Jugendliche zu verharmlosen. Im Interview mit der WELT erklärte er: “Bei hohen Temperaturen liegen die Gemüter manchmal blank.” Außerdem sei das Personal im Schwimmbad geschult und werde nun noch mehr sensibilisieren. Es gäbe keine Toleranz für solche Taten. Deswegen gab es jetzt auch ein Hausverbot im Schwimmbad für die Tatverdächtigen.
Vorwürfe an das Personal werden laut
Immer mehr werden nun auch Vorwürfe gegenüber dem Freibadpersonal laut. Laut Zeugenaussagen sollen die Hinweise der betroffenen Mädchen und jungen Frauen vom Personal zuerst nicht Ernst genommen worden sein. Eine Mutter einer Geschädigten erläuterte gegenüber der BILD-Zeitung, dass die ersten Mädchen, die Hilfe beim Personal suchten, von Bademeistern einfach wieder ins Wasser geschickt wurden. Sie sollen sich laut und stark in der Gruppe bemerkbar machen, wenn was ist, soll ihnen vom Personal gesagt worden sein. Dabei haben die Mädchen ja genau das getan: Nach Hilfe gesucht. Diese haben sie aber erst Stunden später, nachdem mehrere Mädchen, teilweise mit ihren Müttern zum Personal gegangen sind, erhalten. Erst dann hat man die Polizei gerufen.
Zu den sexuellen Übergriffen kam es bereits am Sonntag, 21. Juni im Freibad Gelnhausen. Mindestens neun Mädchen und Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17 Jahren sollen von vier Syrern in sexueller Absicht angegriffen worden sein. Die Männer im Alter zwischen 18 und 28 Jahren sollen die Mädchen im Strudelbereich des Schwimmbads gegen deren Willen bedrängt und am ganzen Körper angefasst worden sein.
