Söder übt Druck auf STIKO wegen Impfempfehlung ab 12 Jahren aus Politik kontra Wissenschaft

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Ministerpräsident Söder kann es offenbar nicht schnell genug gehen, auch Kinder ab 12 Jahren zu impfen.
Im Interview mit dem Politikmagazin Kontrovers kritisiert Söder die Ständige Impfkommission und spricht von einem Zugzwang unter dem die STIKO stehen würde. Wenn sich die STIKO weiter mit der Empfehlung für die Impfung ab 12 Jahren Zeit ließe, würde das die Bevölkerung nur weiter verunsichern.

Die STIKO sieht jedoch die aktuelle Datenlage als nicht ausreichend an, um eine Empfehlung für das Impfen ab 12 Jahren zu geben.

Stellt sich die Frage, warum es Söder trotz fehlender eindeutiger Datenlage so eilig hat, die Impfung für Kinder und Jugendliche voranzutreiben. Am gesundheitlichen Risiko für Kinder kann es nicht liegen. Denn wie man nach nun eineinhalb Jahren Corona weiß, erkranken Kinder und Jugendliche in aller Regel nicht schwer.

Der bayrische Ministerpräsident hat offenbar ein Problem damit, die Expertise der Experten rund um die STIKO anzuerkennen und stellt die Ständige Impfkommission fast schon mit einem Hobbyverein gleich:
“Wir schätzen die Stiko, aber das ist eine ehrenamtliche Organisation. Die EMA – die Europäische Zulassungsbehörde – das sind die Profis. Die haben entschieden: Ja, der Impfstoff ist zugelassen.”

Kritik an dieser öffentlichen Herabwertung der STIKO durch Söder lässt auch zurecht nicht lange auf sich warten. So äußert sich Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) zu der Aussage von Söder auf Twitter wie folgt:

“Wenn Politik so agiert, wird es problematisch. Die STIKO ist ein unabhängiges Expertengremium für das Thema Impfen – Profis der Wissenschaft und der ärztlichen Versorgung in Klinik und Praxis aus vielen Fachgebieten. Die DEGAM vertraut auf diese Expertise.”

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Es ist nur schwer zu erklären, mit welchem Recht ein Politiker aus Bayern auf die unabhängige Expertenkommissionen Druck ausübt, entgegen ihrer aktuellen Einschätzung eine Empfehlung für die Impfung ab 12 Jahren abzugeben. Bedenken hinsichtlich der Gesundheit der betreffenden Kinder und Jugendliche scheinen für Herrn Söder weniger Priorität zu haben als ein schnelles Durchimpfen der Bevölkerung.

 


Bild/Grafik: Foto-berlin.net / Shutterstock.com
Text: yk

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