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Ulm hat keinen Platz mehr Gemeinderat will 1.000 weitere Plätze für Asylbewerber schaffen

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Im vergangenen Oktober verlautete der scheidende Oberbürgermeister von Ulm Gunter Czisch, dass die Krise wegen Überfüllung der Unterkünfte vorbei sei und wieder ausreichend Platz für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung stehen würde. 
Jetzt, gerade mal drei Monate später scheinen die Kapazitäten wieder erschöpft zu sein.

„Whatever it takes“ scheint das Motto zu sein

Erst im vergangenen Jahr hat die Stadt Ulm insgesamt 8 Wohncontainer-Anlagen in verschiedenen Stadtteilen bauen lassen.
Die Unterkünfte sind zu großen Teilen noch nicht einmal in Betrieb und stehen noch leer.
Weil sich das jetzt schnell ändern soll, sollen weitere 8 Containeranlagen genehmigt werden, die Platz für weitere 250 Personen bieten. Die Kosten für die Anschaffung und Aufstellung der Wohncontainer belaufen sich auf bis zu 9 Millionen Euro.
Umgerechnet entstehen so Kosten in Höhe von € 36.000,00 für die Unterbringung eines einzigen Asylbewerbers. Die Kosten für Versorgung, Personal, etc. sind hier noch nicht miteinkalkuliert.
Bei der nächsten Gemeinderatssitzung sollen Standortvorschläge vorgelegt werden.

Turnhallen könnten wieder belegt werden

Damit aber nicht genug. Geplant ist auch, erneut Turnhallen mit Flüchtlingen zu belegen, um die Aufnahmekapazitäten für das Jahr 2024 um weitere 1.000 Plätze erhöhen zu können.
Insgesamt wurden hierfür neun Turnhallen, die teilweise im Schulbetrieb sind, teilweise für den Vereinssport genutzt werden, angedacht.

Eine Rangfolge, wie die Belegung erfolgen könnte, wurde dem Gemeinderat vorgelegt, welche bei der nächsten Sitzung beschlossen werden soll.

Konkret sind in der Planung vorgesehen – nach Rangfolge:

  1.  Kepler Sporthalle (alt) mit 72 Plätze
  2. Eduard-Mörike-Hallen Böfingen – große Halle mit 50 Plätze, Option beide Hallen mit 100 Plätze
  3. Mehrzweckhalle Ulmer Alb, Jungingen mit 90 Plätze
  4. Sägefeld Sporthalle Wiblingen mit 50 Plätze
  5. Mehrzweckhalle Meinloh mit 55 Plätze
  6. Riedlenhalle Gögglingen mit 50 Plätze
  7. Mehrzweckhalle Weststadt (Ballspielhalle) mit 120 Plätze
  8. Mehrzweckhalle Eselsberg (Weinbergweg) mit 100 Plätze
  9. BSA Kuhberg (Kuhberghallen) mit 200 Plätze

Notunterkunft alte Technische Hochschule soll erweitert werden

Die alte Technische Hochschule in der Eberhard-Finkh-Straße wird bereits als Notunterkunft genutzt und soll jetzt erweitert werden.
Durch Nutzung der zwei noch leerstehenden Finger des Gebäudes können 120 weitere Plätze geschaffen werden.
Die Kosten für die nötige Sanierung werden höher sein als bei der vorigen Sanierung, da das Dach saniert und die Heizleistung erweitert werden muss. Aufgrund der umfassenden Baumaßnahmen ist eine Fertigstellung erst zum Jahresende 2024 zu erwarten.

Anwerbung von Objekten und Bau von Häusern möglich

Durch Anwerbung – Miete oder Kauf – von sich am Markt befindlichen Objekten, ist die Schaffung von weiteren 120 Plätzen in Planung.
Zusätzlich steht die Stadt mit einer gemeinnützigen Stiftung im Gespräch. Diese bietet die Errichtung von Wohnhäusern in den Ortschaften an.
Die Kapazität pro Standort beläuft sich bei 3-4 Mehrfamilienholzhäuser auf 80 – 120 Personen (je nach
Standortgröße), wobei 50 % der Plätze an Geflüchtete vermietet werden. Insgesamt umfassen die Überlegungen 3 Standorte in unterschiedlichen Ortschaften. Welche Ortschaften das sind, ist noch nicht bekannt.

Aktuelle Situation

Aktuell sind in Ulm insgesamt knapp 2.900 Flüchtlinge in den städtischen Unterkünften untergebracht.
Rechnet man die Menschen hinzu, die in privaten Unterkünften untergebracht werden konnten, sind aktuell rund 6.240 Personen, die als Asylbewerber oder Flüchtlinge kamen, in Ulm untergebracht.

 

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