Zahl der Ortskräfte in Afghanistan unklar – Droht eine neue Flüchtlingswelle? Regierung macht keine genauen Angaben

Zahl der Ortskräfte in Afghanistan unklar – Droht eine neue Flüchtlingswelle?
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Versucht man herauszufinden, wie hoch die Zahl der Ortskräfte in Afghanistan ist, denen nun durch Aufnahme in Deutschland geholfen werden soll, findet man keine eindeutigen Zahlen.

Gibt es eine genaue Dokumentation, wer tatsächlich berechtigt ist, jetzt ausgeflogen zu werden? Die Befürchtung liegt nahe, dass die deutsche Regierung wieder einmal keinen Überblick hat.

2.500 Ortskräfte oder doch viel mehr?

Am häufigsten wurde in den vergangenen Tagen von insgesamt 2.500 Ortskräften berichtet. 1.900 Menschen, die unter diese Kategorie fallen, sind bereits in den letzten Tagen und Wochen von Deutschland aufgenommen worden. Ob die genannten 2.500 Menschen zu jenen, die bereits hier ankamen, dazuzurechnen sind oder nicht, wurde bis dato nicht kommuniziert.
Bereits vor Monaten hat die Bundesregierung 2.500 Ortskräfte identifiziert und  weitere rund 2.000 Menschenrechtler und Anwälte, sagte Merkel demnach. Inklusive der Angehörigen könnten so rund 10.000 Menschen zusammenkommen, die nach Deutschland ausgeflogen werden sollten. Dies teilte Kanzlerin Merkel vor zwei Tagen bei einer Sitzung des CDU Vorstands mit.

Identitätsprüfung erst nach Ankunft in Deutschland

Aufgrund der chaotischen Lage in Kabul will die Regierung nun die Identität nachträglich prüfen. Sprich, erst nach Einreise nach Deutschland. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Ortskräfte noch in Afghanistan Visa für die Einreise in Deutschland bekommen. Die Vermutung liegt nahe, dass durch die damit geschaffene Möglichkeit der unkontrollierten Einreise von womöglich Tausenden, es erneut zu einer Sog-Wirkung nach Deutschland, wie in 2015, kommen wird.

Bundesländer rüsten sich bereits für die Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen

Während bereits einige EU Länder, u.a. Österreich erklärt haben, keine afghanischen Flüchtlinge aufnehmen zu wollen, sondern die Unterstützung auf die Hilfe vor Ort und in den Nachbarländern Afghanistans beschränken zu wollen, plant Deutschland bereits die Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen. Und beinah stündlich wird der Personenkreis, der aufgenommen werden soll, erweitert. Zu den Ortskräften kommen jetzt noch Ortskräfte der Nichtregierungsorganisationen, Kulturvereine, Journalisten, Menschenrechtler, Frauenrechtlerinnen  hinzu.

Thüringen will darüber hinaus, die Angehörigen von jenen Afghanen, die bereits in Deutschland sind, unkompliziert aufnehmen.

Bayern rechnet mit mehreren tausend Flüchtlingen – Seehofer redet von bis zu fünf Millionen 

Die Innenminister der Länder haben sich bereits heute auf eine gemeinsame Linie verständigt, erklärte der bayrische Innenminister Herrmann am Nachmittag. Alle Bundesländer seien bereit für die Aufnahme afghanischer Flüchtlinge nach dem üblichen Aufteilungsverfahren, dem Königsteiner Schlüssel. Der Bund könne aber noch nicht sagen, wie viele Menschen aus Afghanistan nach Deutschland kommen werden. Währenddessen verbreitet Horst Seehofer die Befürchtung, es können bis zu 5 Millionen Menschen aus Afghanistan flüchten.

2015 dürfe sich nicht wiederholen, hört man gerade immer wieder aus den Reihen der Politik. Von denselben, die für 2015 verantwortlich waren. Und es sind auch dieselben, die jetzt wie damals agieren und bereits wieder dieselben Signale wie damals in die Welt senden.


Foto/Grafik: ai
Text: yk


 

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