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Mord an Ece (14) in Illerkirchberg – 5. Dezember 2022 14-jähriges Mädchen auf Schulweg getötet, 13-jähriges Mädchen schwer verletzt

Inhalt

Tatablauf

Am Morgen des 5. Dezember 2022 wurden die damals 14 jährige Ece und ihre 13 jährige Freundin in Illerkirchberg Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens.
Es war gegen 7.30 Uhr, als die beiden Mädchen im Ortsteil Oberkirchberg auf dem Weg zur Bushaltestelle waren, um mit dem Bus zur Schule nach Wiblingen zu fahren. Ihr Fußweg führte durch eine kleine Straße und an einem Haus vorbei, in dem Flüchtlinge untergebracht sind. Zu dem Zeitpunkt waren die beiden Mädchen noch rund 100 Meter von der Bushaltestelle entfernt.

In der Flüchtlingsunterkunft waren 4 Männer aus Eritrea untergebracht. Einer davon wurde an diesem Morgen zum Mörder. Der 27-jährige Okba Michael B. kam genau zu dem Zeitpunkt aus dem Haus, als Ece und ihre Freundin daran vorbei liefen.

Der Asylbewerber war eigentlich auf dem Weg zur Ausländerbehörde des Landratsamts Alb-Donau-Kreis. Dabei hatte er ein Messer, mit dem er die Mitarbeiter zur Herausgabe von Ausweispapieren erzwingen wollte. Später ging das Landgericht Ulm davon aus, dass der Eritreer Mitarbeiter der Ausländerbehörde töten wollte, weil diese ihm zuvor die Ausstellung von Ausweispapieren verweigert haben sollen.

Als er auf die beiden Mädchen vor dem Haus traf, packte er gerade das Messer vom Rucksack in seine Jackentasche, um es später im Landratsamt griffbereit zu haben. Er ging wohl davon aus, dass Ece und ihre Freundin das Messer dabei gesehen haben. Weil er befürchtete, dass dadurch sein Vorhaben, die Mitarbeiter in der Behörde anzugreifen, verhindert werden könnte, entschloss er sich, die Mädchen anzugreifen. Er grüßte zuerst die Beiden und ging ein paar Schritte neben ihnen her.
Dann griff er zuerst die 13-jährige Freundin von Ece mit dem Messer an. Als sie etwas an ihrem Rücken spürte, erkannte sie die Gefahr und rannte schnell weg. Diese schnelle Reaktion hat ihr wohl das Leben gerettet.

Der Täter griff dann Ece an. Es konnte während des Prozesses nicht eindeutig geklärt werden, ob Ece beim Versuch, wegzurennen, gestolpert ist oder ob der Angreifer sie gestoßen hat, sodass sie nach vorne hinfiel. Der Eritreer stach dann von hinten mehrfach auf das Mädchen im Bereich von Kopf und Oberkörper ein.
Ece erlag am selben Tag gegen 9.30 Uhr im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen.

Der 27 jährige ging anschließend zurück in das Haus und fügte sich mit dem Messer selbst Verletzungen zu, die aber nicht lebensgefährlich waren.  Die Polizei konnte ihn in der Unterkunft festnehmen.

Folgen der Tat

Moralisch erhabene Presse

Da ist er wieder, der moralisch erhabene Zeigefinger der Medien, wenn es um Gewaltverbrechen geht, die von Asylbewerbern begangen werden . So auch zum Messerangriff in Oberkirchberg, zu Papier gebracht von einem Journalisten der hiesigen Südwest Presse.

Die Emotionen im Dorf würden hochkochen, im Internet gäbe es ekelhafte Selbstjustiz-Fantasien. Und das alles jetzt, wo Kommunen doch gerade verzweifelt Unterkünfte für Flüchtlinge suchen würden, empört sich der Redakteur.

Für den Herrn aus der schwäbischen Redaktionsstube ist die Debatte unappetitlich (ja hat er wirklich so geschrieben) und außerdem zynisch dem Opfer und den Angehörigen gegenüber. Denn die Tat hätte überall passieren können, und Täter, die irregeleitet (ja, auch das hat er so geschrieben) seien, gibt es jeglicher Herkunft. Und nur weil das jetzt ein Eritreer war, rechtfertigt das noch lange keine Vorurteile.

Das ist an Bösartigkeit, Verdrehung der Realität und moralischer Verwahrlosung kaum zu überbieten. Denn es spielt natürlich eine Rolle, dass der Täter ein Eritreer ist, der nur durch diese selbstzerstörerische Asylpolitik hier sein kann.

Deutsche, Italiener, Spanier, Griechen und alle anderen Ausländer, die hier seit Jahren friedlich mit uns zusammenleben, schlachten keine Kinder auf offener Straße ab, die gerade in einem Dorf auf den Schulbus warten. Das ist die Realität. Diese Tat hätte mittlerweile überall passieren können, ja, aber der Täterkreis ist stark eingegrenzt und zwar auf jene, die man hier seit Jahren unkontrolliert ins Land lässt. Und weil man das tut, und diese Menschen mittlerweile überall, selbst im kleinsten Kaff sind, passieren derlei barbarische Taten. Nur deshalb.

Das zu benennen ist weder Vorurteil noch Generalverdacht, sondern schlichtweg die harte Realität.

Zudem schließt Wut und auch Hass auf den Täter keineswegs Mitgefühl und Anteilnahme für das Opfer und die Angehörigen aus. Dieses Narrativ wurde, wie auch der mehr als abgenutzte Nazi Vorwurf, medial in die Welt gesetzt, um Menschen ruhig zu halten, und sie zum Schweigen zu bringen.

Ich empfinde beides – Wut und Hass auf den Täter und Trauer und Mitgefühl für die Opfer und deren Familien – und dazu stehe ich.

Also, werter Journalist der SWP, wie auch die viele seiner Kollegen. Steckt endlich euren Rücken durch, hört in euch hinein, fasst euch ans Herz und schreibt endlich mutig darüber, was hier passiert.

Ece könnte noch leben, wenn es die seit Jahren andauernde unkontrollierte Masseneinwanderung unter dem Deckmantel Asyl nicht geben würde. Das zu benennen ist Eure Pflicht, die ihr seit Jahren sträflich vernachlässigt. Stattdessen habt Ihr verklärte Lügengebilde einer bereichernden Zuwanderung empor geschrieben, die es so überhaupt nicht gibt.

Nein, nicht jeder Asylbewerber oder Flüchtling ist kriminell oder tötet gar Mädchen, die auf dem Weg zur Schule sind. Aber einzelne von ihnen tun es. Und es sind Millionen im Land. Und weil das so ist, wäre es eure Pflicht, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass die Politik in diesen Punkten seit Jahren sträflich versagt und dieses Versagen schon zu vielen Opfern in der Gesellschaft geführt hat.

Landrat warnt vor Verallgemeinerung

Der Landrat des Alb-Donau-Kreises warnt vor Hass und Hetze.

Dass Ece von einem Zuwanderer ermordet wurde, sei unverzeihlich.
Schlimm findet der Landrat aber auch, wie sich nun Hass und Hetze breitmachen.
Nicht nur die Flüchtlinge würden jetzt unter einen Generalverdacht gestellt, sondern auch Bürgermeister und Gemeindemitarbeiter würden beschimpft und bedroht. Deswegen, so der Landrat, wollen auch immer weniger in der Kommunalpolitik tätig sein oder in Verwaltungen arbeiten.

Außerdem gelte seine Anteilnahme nicht nur den Angehörigen der angegriffenen Mädchen, sondern auch denen des Mitbewohners des Täters, auch ein Eritreer, der sich zwei Tage nach dem Mord an Ece vor den Zug geworfen hat. Mit Sicherheit haben unter anderem die Stimmung und das Klima in den öffentlichen Diskussionen zu seinem Suizid beigetragen.
Ja, richtig gelesen. Wir sind schuld.

Man könne zwar einige Aspekte der Flüchtlingspolitik hinterfragen, aber man müsse sich jetzt jeder Pauschalisierung und jeder ausländerfeindlichen Vereinnahmung dieser Tat entschieden entgegenstellen und als Landkreis und als Gesellschaft zusammenstehen.

Die Aufnahme der Menschen, die den Kommunen vom Land zugewiesen werden, sei ein Akt der Menschlichkeit und es sei wichtig, dass wir diesen Menschen mit Offenheit und ohne Ressentiments begegnen.

Solche Menschen wie dieser Landrat sind schlichtweg mitverantwortlich, dass solche Taten in Deutschland immer wieder geschehen und sich aus politischer Sicht trotzdem nichts ändert. Mit ihren ewigen Relativierungen solcher Taten und gleichzeitigem Emporheben von vermeintlicher Ausländerfeindlichkeit, um Kritik an dieser Politik abzuschmettern, und durch das Gleichsetzen mit Straftaten Einheimischer wird verhindert, dass die Debatte öffentlich überhaupt geführt werden kann. Solange aber dies nicht möglich ist, wird sich an dieser Politik aber auch nichts ändern. Erst wenn man ein Problem benennt, kann man es lösen.

Beobachtungen rund um den Prozess

Gedanken zum Mord an Ece und unseren Umgang damit

Die Anwältin des Angeklagten sagte in einem Interview, dass es wichtig sei, dass ihr Mandant einen fairen Prozess bekomme. Ihrem Mandanten ginge es schlecht, er habe die letzten Tage nicht gut geschlafen und sei sehr aufgeregt.

Der Anwalt des Gruppenvergewaltigers von Illerkirchberg, der in den vergangenen vier Wochen zweimal vor Gericht stand, weil er gegen Auflagen verstoßen hat, sprach vor ein paar Tagen davon, dass es eine Hetzjagd gegen seinen Mandanten stattfinde, und trotz seiner begangenen Tat dessen Menschenwürde zu wahren sei.

Das ist erst einmal richtig. Aber mir wurde heute klar, dass wir als Gesellschaft unsere Würde verloren haben.

Da kommen Menschen aus aller Herren Länder in Massen zu uns, entgegen jeglicher Gesetze. Wir werden gezwungen, mit moralisch erhabenem Zeigefinger, diese hier aufzunehmen, sie zu versorgen, als gehörten sie schon immer zu uns. Kritiker werden mit der Moral-Keule erschlagen.

Und selbst wenn aus diesen Reihen schlimmste Verbrechen begangen und Menschen getötet werden, wird erwartet, dass man ruhig und besonnen bleibt und nur ja nicht seine Stimme erhebt. Wer Angst hat, ist ein Rassist. Wer verlangt, zuerst nach den Eigenen zu sehen, ist unsolidarisch und auch ein Rassist.

Wer auf die Überrepräsentanz derer, die seit 2015 hier ankommen, in den Kriminalstatistiken hinweist, pauschaliert und verallgemeinert und ist ein böser Populist.

Unsere Städte sind kaum mehr wiederzuerkennen. Unsere Kultur, unsere Traditionen, alles schwindet und wird aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Niemanden scheint es zu stören. Wir nehmen es hin. In den Schulen herrscht das Chaos. Die deutsche Sprache wird verdrängt. Schüler hocken im Gymnasium, die kaum ein Wort deutsch können. Wir nehmen es hin.

Im Ausreden erfinden sind wir Weltmeister. Uns fallen tausend Gründe ein, warum sich unser Zusammenleben, unsere Städte, unsere Schulen, unsere Sicherheit ins Negative verändert haben. Nur die tatsächliche Ursache, die Masseneinwanderung von Millionen Menschen binnen kurzer Zeit, die kaum etwas mit uns gemein haben, diesen Grund, den darf man nicht nennen.

Dann denke ich an den Prozess heute im Mordfall Ece. Ein Kind wurde auf offener Straße getötet, ein weiteres schwer verletzt. Von einem Mann, dem man hier Schutz und Versorgung geboten hat.

Eine Tat, die nahezu das ganze Land für eine Zeit in Ohnmacht verharren ließ. Die mediale Aufmerksamkeit war die ersten Tage nach dem Mord an Ece gigantisch. Schnell kamen aber auch hier wieder besorgte Simmen auf. Man dürfe die Tat nicht instrumentalisieren, man solle nicht verallgemeinern.

Die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer von Illerkirchberg wollten aus dem Haus, in dem der Eritreer lebte, eine kulturelle Begegnungsstätte machen, wo sich Flüchtlinge und Einheimische zusammenfinden können. An dem Ort, an dem ein Flüchtling ein Kind tötete.

Mehr Würdelosigkeit geht nicht.

Dann beginnt der Prozess. Wie mag es wohl den Eltern und Geschwistern von Ece ergehen? Niemand hat heute danach gefragt und niemand hat von ihnen gesprochen. Der Andrang der Medien war so groß, wie man es bei einer solch schrecklichen, die Gesellschaft bis ins Mark erschütternde Tat erwarten kann. Ich sehe Journalisten, die angezogen sind, als gingen sie privat zum Einkaufen.

Die zuständige Staatsanwältin ist eine junge Frau, aufgrund ihres Alters kann sie nicht viel Erfahrung haben. Sie trägt ihre ungekämmten Haare lose zu einem unordentlichen Dutt gebunden. Überall stehen Haare wild ab. So trage ich meine Haare, wenn ich auf der Couch liege. Kein dem Anlass entsprechendes Aussehen und Auftreten – passt wohl als Beschreibung am besten, wenn ich höflich bleiben möchte.

Sie lächelt, als sie gefragt wird, ob sie bei diesem Verfahren in irgendeiner Form Druck von außen erfahren hätte . Ihre Antwort: „Nein, es war ein Ermittlungsverfahren wie jedes andere auch.“

Auch die Anwältin des Mörders von Ece lächelt, eigentlich lächelt sie die ganze Zeit. Als ginge es um einen Bagatellschaden im Straßenverkehr. Auf dieselbe Frage nach Druck von außen, sagt sie lächelnd, dass sie sich von Wirtshausparolen nicht beeindrucken lässt.

Wirtshausparolen…

Ein Kind wurde auf offener Straße getötet. Wie gehen wir damit um?

Deutschland hat seine Würde verloren. Ich finde, das ist die passende Beschreibung für den Zustand unseres Landes und unserer Gesellschaft: Würdelos.

Rechtsmedizinerin sagt im Prozess aus

Heute hat im Prozess gegen den Mörder von Ece die Rechtsmedizinerin ausgesagt, welche die Obduktion des Mädchens vorgenommen hatte.

Laut ihren Erläuterungen erlitt Ece 23 Verletzungen. Bei diesen Verletzungen handelte es sich um Stichverletzungen und Schnitte, die sich über den Kopf, die Schultern, den Rücken, den Brustkorb, die Hand und den Unterarm erstreckten.

Außerdem hatte das Mädchen Schürfwunden an den Knien, weil sie beim Versuch zu fliehen, nach vorne gefallen ist oder vom Täter gestoßen wurde. Todesursache waren die starken Blutungen nach innen und außen, aufgrund der vielen Wunden.

Das 13 jährige Mädchen, das den Angriff des Eritreers überlebt hatte, erlitt eine Stichverletzung im Brustbereich. Das Mädchen hatte großes Glück, da diese Verletzung lebensbedrohlich hätte sein können, wenn die Einstichstelle nur leicht anders platziert gewesen wäre.

In einem Video schilderte das Mädchen, dass sie den Angeklagten auf sich zukommen sah. Anschließend hat sie im Brustbereich etwas gespürt und sei dann schnell weggelaufen. Das Messer hat sie nicht gesehen. Sie muss im weiteren Prozess nicht mehr aussagen.

Der Eritreer führte sich selbst nach der Tat Stich- und Schnittverletzungen zu, die aber nicht lebensbedrohlich waren.

Forensischer Sachverständige sagt vor Gericht aus

Ob der nachfolgende Text als gute Nachricht einzuordnen ist, bleibt jedem selbst überlassen.
Ich empfinde sowas wie Erleichterung.
Der Gutachter im Fall der getöteten Ece aus Illerkirchberg, Dr. Winckler, hat heute im Prozess ausgesagt.
Er stuft den Eritreer als voll schuldfähig ein.
Der Sachverständige sieht keine Hinweise auf eine psychische Krankheit, eine Persönlichkeitsstörung oder eine Intelligenzminderung. Auch um eine Affekttat hat es sich laut Dr. Winckler bei dem Angriff nicht gehandelt: Es habe keine „Auslöserreize“ für eine solche gegeben, etwa eine Kränkung oder eine Herabsetzung. „Affekttaten sind meistens Beziehungstaten. Nach allem, was wir wissen, kannte er die beiden Opfer nicht.“

Auch eine sexuelle Motivation schließt der Gutachter aus.
Zitat Dr. Winckler: „Das führt zu der schwierigen Frage, was um Himmels Willen hat ihn dazu veranlasst, auf diese zwei Mädchen einzustechen? Diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten.“
Zur Aussage des Angeklagten, er habe die Mädchen angegriffen, um zu verhindern, dass sie die Polizei wegen des Messers verständigen, sagt Dr. Winckler:
„Die Frage, die mich umtreibt, ist, ob hinter diesem Motiv noch etwas anderes ist.“

Meine persönliche Vermutung ist, dass ihn auch der Hass auf uns und unsere Art zu leben, angetrieben hat. So hat er unter anderem in Aufzeichnungen Deutsche als Schweine betitelt. Wie auch immer. Mit diesem Gutachten kann es eigentlich nur auf eine lebenslange Haftstrafe für den Eritreer hinauslaufen. Und das ist auch gut so.

Das Urteil – Beobachtungen aus dem Gerichtssaal

Das einzig gerechte Urteil ist heute gefallen. Zumindest das einzig gerechte Urteil, über das der Rechtsstaat hier verfügt.
Der Eritreer wurde wegen Mordes und versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Zusammen mit meiner Tochter war ich als Zuschauer vor Ort.

Allen Verfahrensbeteiligten, auch dem Richter selbst, sah man an, wie sehr sie dieser Fall belastet.
Nur einer zeigte keinerlei Regung: der Täter.

Die Urteilsverkündung samt folgender Begründung dauerte rund eine Stunde.
Während dieser Zeit verharrte der Mörder von Ece auf seinem Platz mit gesenktem Kopf.
Auch sein Urteil nahm er ohne jegliche Reaktion auf. Ich habe ihn die ganze Zeit beobachtet.
Es fiel mir schwer, ihn anzusehen und dabei dem Richter zuzuhören, was er getan hat.

In seinen Ausführungen stellte der Richter zwei Dinge klar, die in den vergangenen Wochen in der Presse  missverständlich dargestellt wurden. Zum einen war es nicht so, dass der Eritreer mit dem Messer die Herausgabe eines deutschen Ausweises erzwingen wollte. Vielmehr hat er sich am Morgen des 5. Dezember auf den Weg gemacht, um mindestens den zuständigen Sachbearbeiter zu töten, vielleicht auch mehrere Angestellte. Er wollte töten, aus Rache, weil ihm der Ausweis noch nicht ausgestellt wurde.

Man fand zuhause bei ihm auf einem Block von ihm geschriebene Sätze, dass Deutsche schmutzig und Schweine seien.  Strafe, Strafe, Strafe stand dort auch geschrieben.

Zum Anderen war es nicht so, dass er auf die zwei Mädchen zulief und dann auf sie einstach. Er ging noch viel perfider vor, weswegen auch das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt war. Er lief neben Ece und ihrer Freundin ein paar Schritte her. Ece war direkt links neben ihm, das andere Mädchen, eine Deutsche, war also weiter weg von ihm. Sie griff er aber zuerst an. Er wollte also beide Mädchen töten, deswegen griff er erst das Mädchen an, das weiter weg war. Er stach ihr an Ece vorbei in den Rücken. Die Tatsache, dass das Mädchen gleich nachdem sie am Rücken was spürte, los rannte, ist der Grund, warum sie noch am Leben ist.

Ob Ece beim Fluchtversuch gestolpert ist oder vom Täter geschubst wurde, konnte nicht geklärt werden. 19 Mal hat der Täter zugestochen. Zumindest zeitweise kniete er auf Ece.
Allein sieben Mal stach er dem Mädchen in den Kopf. Der Richter sprach von purer Wut und Hass.
Ece starb zwei Stunden später im Krankenhaus.

Die Mutter des Mädchens, das überlebte, hörte weinend den Ausführungen des Richters zu.
Der Vater wirkte sehr angespannt…um nicht zu sagen, versteinert.

Begründungen zur Schuldfähigkeit des Täters

Sehr interessant waren die Ausführungen des Richters bezüglich der Schuldfähigkeit des Täters.
So erklärte er ausführlich, dass es vier Möglichkeiten gäbe, die eine Schuldunfähigkeit begründen würden. Man müsse diese Eintrittspunkte, wie er es nannte, sehr kritisch, nachvollziehbar und eng bewerten. Auch welche das sind und warum der Täter keine dieser Voraussetzungen erfüllte, erläuterte er ausführlich.

Ich wage zu behaupten, dass dieser Richter kein schnell erstelltes Gutachten über eine paranoide Schizophrenie akzeptiert hätte, ohne  dass der Gutachter sich mit dem Angeklagten überhaupt unterhalten hätte, wie es in anderen Prozessen der Fall war.

Vor Prozessbeginn fiel mir ein Fotograf durch sein pietätloses Verhalten auf. Er stand mitten im Gerichtssaal mit seinen Kollegen, grölte und lachte wie im Bierzelt. Als ginge es gerade nicht um ein getötetes Mädchen, sondern um ein gewonnenes Fußballspiel.

Beschreibung des Mörders

Der Eritreer selbst machte überhaupt keinen gefährlichen Eindruck. Ich bin 1,68m. Er ist kleiner als ich, sehr schmächtig und wiegt höchstens 60 kg. Er sieht sehr jung aus. Nicht wie 27, eher wie 20. Ohne seinen Bart würde er wie ein Jugendlicher wirken.

Es ist schwer zu begreifen, dass das diese Bestie ist, die 5 km von von meinem Haus entfernt diese schreckliche Tat begangen hat.

Zu viele Unterschiede für ein friedliches Miteinander

Mir hat dieser Fall gezeigt, dass die Unterschiede zwischen uns, unseren Systemen und unserer Sozialisierung zu groß sind, als dass gesichert eine Integration und ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Einzelfälle ja, aber nicht in diesen Massen.

Der Täter lebte 7 Jahre hier völlig unauffällig. ging arbeiten und war nicht vorbestraft. Er fiel sonst auch nicht negativ auf. Aber dann verlief sein Leben nicht so, wie er es sich wohl vorgestellt hatte.

Auch wir stehen im Leben manchmal mit dem Rücken zur Wand, fühlen uns mit den Herausforderungen überfordert. Nur töten wir dann nicht unschuldige Mädchen auf offener Straße, die gerade zur Schule gehen, weil wir uns eigentlich gerade auf dem Weg zu einer Behörde befinden, um städtische Angestellte dort zu erstechen.

Die Eltern von Ece und die Eltern des Deutschen Mädchens – der Name fiel, soll aber nach dem Wunsch der Eltern nicht veröffentlicht werden – sind mit dem Urteil zufrieden, wenn man diesen Begriff in diesem Zusammenhang verwenden kann.

Ich wünsche es ihnen sehr, dass ihnen dieses maximal mögliche Urteil auf ihrem weiteren Lebensweg irgendwie hilft, auch einmal wieder lachen zu können und nach vorne zu blicken. So unvorstellbar das jetzt auch sein mag.

Mörder von Ece geht in Revision

Der Mörder von Ece aus Illerkirchberg akzeptiert sein Urteil – lebenslang mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld – nicht und geht tatsächlich in Revision.

Als Grund gibt seine Anwältin an, dass er zwar mit der lebenslangen Freiheitsstrafe einverstanden ist, nicht jedoch mit dem Zusatz der besonderen Schwere der Schuld. Dies macht eine Entlassung vor 15 Jahren unmöglich.

Der Eritreer möchte jedoch so schnell es geht zurück in seine Heimat. Er führt aus, dass SEIN Leben in Deutschland gescheitert sei und er deswegen zurück zu seiner Verwandtschaft nach Eritrea will. Er will auch sagen können, dass er alles probiert hat, so seine Anwältin.

Er tötet ein 14 Jahre altes Mädchen auf ihrem Schulweg, verletzt ein weiteres, 13-jähriges Mädchen schwer. Damit hat er das Leben zweier Familien zerstört. Aber ihm geht es darum, dass sein Leben in Deutschland gescheitert sei. Das ist einfach nur brutal.
Jetzt muss sich also der Bundesgerichtshof und dann möglicherweise erneut das Ulmer Landgericht mit dieser barbarischen Tat beschäftigen. Es kann also sein, dass noch Jahre vergehen, bis dieser Fall zumindest gerichtlich abgeschlossen ist.

Nachtrag: Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 12. Dezember 2023 die Verurteilung des Angeklagten durch das Landgericht Ulm bestätigt.

Offener Brief der Eltern von Ece

Zehn Tage nach dem schrecklichen Mord an ihrer Tochter wandten sich die Eltern von Ece mit einem Brief an die Öffentlichkeit. Hier der Text im Wortlaut:

“Am 5.12.22 haben wir unsere Tochter Ece durch eine heimtückische Tat auf ihrem morgendlichen Schulweg zum Bus verloren. Gleichzeitig wurde ein zweites befreundetes Kind und Mädchen durch den gleichen Täter schwer verletzt. Wir sind sehr dankbar, dass die Freundin unserer verstorbenen Tochter, diesen furchtbaren Überfall überlebt hat. Auch möchten wir uns hiermit an Sie alle, insbesondere an die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde Illerkirchberg, wenden. Unser Schmerz ist nicht zu beschreiben. Unser Herz sagt uns: Menschen, egal welchen Alters, welcher Hautfarbe, Herkunft und Religion leiden mit uns.

Besonders für eine Mutter und einen Vater bedeutet ein solcher Schicksalsschlag unbeschreibliches Leid und anschließende Leere. Unser Kind musste uns in ihrem jungen Alter verlassen, obwohl sie noch am Anfang ihres wunderschönen Lebens war – sie wollte leben. Wir wollten sehen, wie sie erwachsen wird, glücklich ihren Weg geht und unser Wunsch war es, dass wir alle Miteinander glücklich alt und älter werden. Wir fühlen uns leer. Was nicht leer ist, ist die Liebe in unseren Herzen, welche uns am Leben hält und wir versuchen nach vorne zu schauen. Wir möchten und müssen unserer Verantwortung gegenüber unseren Familien, unserem verstorbenen Kind, ihrer schwerverletzten Freundin, unserem gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde Illerkirchberg und letztendlich auch uns selbst gerecht werden. Alle Menschen in unserem Ort, egal in welchem Alter, Herkunft und Überzeugung, insbesondere aber unsere Kinder und Jugendlichen sollen sicher und glücklich sein dürfen.

Für deren Zukunft sind wir alle miteinander verantwortlich. Unbeschreiblich viel Anteilnahme erleben wir seither. Menschen, auch Fremde, von überall haben uns geschrieben, sind zu uns gekommen, wir haben uns umarmt, geweint, in allen Sprachen getrauert und uns an den Händen gehalten. Diese Begegnungen aus der gesamten Region, aber insbesondere von unserer Gemeinde Illerkirchberg, haben uns in diesen furchtbaren Momenten aufgefangen, uns Mut gemacht und wir haben auch Halt bekommen – vielleicht bekommen wir irgendwann auch Kraft. Niemand von uns hat diese Form von Trauer verdient. Wir sind Deutsche mit türkischen Wurzeln. Wo ist der Unterschied? Die Suche ist vergeblich – es gibt keinen. Wir sind alles Menschen mit Liebe im Herzen, was uns letztendlich alle verbindet. Wir sind nur kurz zu Besuch in unserer wunderbaren Welt, in der wir mit Liebe und gegenseitigem Verständnis zusammenleben sollten. Kein Groll und keine Wut sind es wert, unseren gemeinsamen Frieden zu opfern. Bitte lassen Sie uns zusammenstehen! Wir möchten alle bitten, unsere Situation für politische Atmosphären nicht zu missbrauchen. Der Tatort soll Trauerstelle und ein Ort für Begegnungen sein. Kundgebungen und politische Parolen bitten wir an dieser Stelle zu unterlassen. Uns ist es ungemein wichtig, dass alle Menschen, egal welcher Hautfarbe, welcher Religion und mit welcher Ethnie auch immer, nicht pauschal verurteilt werden. Einen Generalverdacht gegenüber bestimmten Volksgruppen und Gemeinschaften dürfen wir nicht zulassen. Dies sollte unsere allergrößte Pflicht als Gesellschaft sein. Darum möchten wir Sie alle inständig zum Wohle von uns allen bitten.

Von Herzen danken wir den Hilfskräften vor Ort und in der Klinik, dem unermüdlichen Einsatz aller Polizeikräfte, die sowohl am Unglückstag, an der Bestattung, aber auch zum Schutze unserer Privatsphäre immer für uns alle da waren und immer noch sind. Den respektvollen und würdevollen Umgang in dieser außerordentlichen Situation zwischen allen Polizeikräften und unserer Familie und der Gemeinde möchten wir mit ganz besonderem Dank betonen. Wir danken unseren ebenfalls seelisch verletzten Eltern und Angehörigen, dem Alevitischen Kulturverein Ulm sowie der DITIB Ulm für deren Gebete in beiden Gotteshäusern, der würdevollen Anteilnahme, deren fürsorglichen Betreuung und Seelsorge und letztendlich bei der Bestattung unseres Kindes. Des Weiteren danken wir herzlich einem regionalen Bestattungsunternehmen für die kulturübergreifende Unterstützung auf dem Friedhof in Oberkirchberg. Unseren beiden Pfarrern danken wir im Besonderen für die würdige und vorbehaltlose Trauerveranstaltung in der Kirche St. Sebastian mit anteilnehmenden Worten und Gebeten verschiedener Religionen und Konfessionen. Beide Pfarrer haben, gemeinsam mit Herrn Bürgermeister Markus Häußler, nicht gezögert, unserem Herzenswunsch, dass unser Kind bei uns in Oberkirchberg bestattet werden darf, gerecht zu werden. Vielen herzlichen Dank. Ebenso danken wir für die zahllosen Bekundungen, insbesondere aus der Bevölkerung aus verschiedenen Kommunen, aus der Politik, allen Mitmenschen in unserer Nachbarschaft, den Schulen und Vereinen im Ort, aber auch überregional.

In dieser schlimmen Situation sind wir überwältigt von so viel Nächstenliebe. Worte reichen nicht aus, um diesen Dank wiederzugeben. Als Familie Sarigül möchten wir hiermit ganz besonders zum Ausdruck bringen, dass wir uns keinen besseren Ort zum Leben vorstellen können und sehr dankbar sind, unser Kind bei uns in Oberkirchberg haben zu dürfen. Was uns bleibt, ist die tiefe Sehnsucht nach Frieden in unserer Heimat und Gemeinde. Bitte lassen Sie uns zusammenstehen – Hand in Hand!

„Wir wollen Frieden für den Ort“, schreibt Nuray Sarigül, Mutter von Ece Sarigül.

Danke!

Nuray & Mesut Sarigül

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