Angriff in Kirche und vor dem Rathaus
Am Abend des 25. Januar 2023 betrat Yassine Kanjaa gegen 19 Uhr die Kirche “San Isidro” in Algeciras. Er wollte die Gläubigen in der Kirche überreden, zum Islam zu konvertieren. Zuerst verließ der 25-Jährige die Kirche, kam jedoch zwanzig Minuten später mit einer Machete in der Hand zurück mit der er Bilder an der Wand der Kirche beschädigte. Nachdem der Priester der Kirche, Antonio Rodriguez ihn aufforderte, die Kirche zu verlassen, griff Yassine K. ihn mit der Machete an. Der Pfarrer erlitt bei dem Angriff im Bereich des Halses und der Schulter lebensgefährliche Verletzungen.
Der 25-Jährige verließ die Kirche nach der Attacke auf den Priester und lief in die nur wenige hundert Meter entfernte Kirche “Nuestra Señora de la Palma”. Dort begann er ebenfalls mit der Machete auf Gemälde einzuschlagen. Als der 70 Jahre alte Küster der Kirche, Diego Valencia den Mann aufforderte, die Kirche zu verlassen, griff der 25-Jährige auch ihn mit der Machete an.
Diego Valencia schaffte es noch aus der Kirche zu flüchten, wurde jedoch von dem Angreifer auf dem Plaza Alta am Rathaus der Stadt eingeholt. Dort stach er mit der Machete mehrfach auf den 70-Jährigen ein, der noch am Tatort seinen schweren Verletzungen erlag. Drei weitere Menschen, die dem Küster zu Hilfe kamen, wurden bei dem Angriff verletzt.
Täter rief Allahu Akbar
Yassine K. soll bei der Tat Allahu Akbar gebrüllt haben, wie mehrere Zeugen aussagten. Vor der Tat soll er geschrien haben:
„Die einzige Religion, der man folgen sollte, ist der Islam!”
Prozess endet mit Freispruch wegen Schuldunfähigkeit
Die zuständige Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen Yassine Kanjaa, wegen terroristischen Mordes sowie Körperverletzung und beantragte eine Haftstrafe von 50 Jahren. Im späteren Prozess im November 2025 wurde der Marokkaner jedoch wegen Schuldunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung freigesprochen und für die Dauer von bis zu 30 Jahren in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das Gericht ging davon aus, dass der 25-Jährige sich zum Tatzeitpunkt in einem psychotischen Zustand befunden habe, der es unmöglich für ihn machte, das Unrecht seiner Handlung einzusehen und danach zu handeln.
Täter wollte Priester töten
Yassine K. gab während des Prozesses an, dass er ein Gesandter Allahs sei. Katholische Priester seien Feinde Allahs, deswegen habe er versucht, ihnen die Köpfe abzuschneiden. Für den Angriff wählte er eine Machete, weil der Islam mit dem Schwert angekommen sei und mit dem Schwert zurückkehren würde. Aus Kirchen müssen Moscheen gemacht werden, erklärte der 25-Jährige vor Gericht. Außerdem gab er an, dass er mit dem Töten weitergemacht hätte, wenn er nicht aufgehalten worden wäre.
Die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen das Urteil ein. Aus Sicht der Anklagebehörde wurde mit der Feststellung der Schuldunfähigkeit außen vorgelassen, dass es sich um einen islamistischen Angriff gehandelt habe. Außerdem würde durch solche psychiatrische Diagnosen der Neutralisierung von terroristischen Straftaten Vorschub geleistet. Die Staatsanwaltschaft zielt mit der Berufung auf die Aufhebung der Einstufung der Schuldunfähigkeit des Täters ab.
Opfer war überall sehr beliebt
Diego Valencia war 70 Jahre alt. Er war 20 Jahre lang Küster in der Kirche, in der er ermordet wurde. Er hatte einen eigenen Blumenladen in der Stadt. Diego war verheiratet und hatte zwei Kinder sowie einen Enkel.
Am zweiten Jahrestag der grausamen Tat gedachten die Menschen im Ort dem ermordeten 70-Jährigen Diego Valencia. Bürgermeister José Ignacio Landaluce schlug in Anerkennung seiner Arbeit und seines Engagements vor, einen öffentlichen Platz nach ihm zu benennen. „Egal wie viel Zeit vergeht, wir werden schweren Herzens weitermachen“, bemerkte der Bürgermeister anlässlich dieses schmerzlichen Jubiläums.

