Tatablauf
Lee war gegen 14.20 Uhr auf dem Weg zurück zu seinen Barracks, als er seinen Mördern Michael Adebolajo und Michael Adebowale, die schon seit einer Stunde auf der Suche nach einem Opfer waren, auffiel. Als er über die Straße ging, überfuhren sie ihn mit zuerst mit einem PKW. Anschließend sprangen sie aus dem Auto und schlachteten ihn förmlich ab, mit Messern und einem Fleischerbeil. Ihr Ziel war es, den Soldaten zu enthaupten. Die Motivation war Hass auf in deren Augen Ungläubige. Lee hatte keine Chance. Er starb aufgrund der vielen Stich- und Schnittverletzungen noch am Tatort.
Drei Frauen riskieren ihr Leben um Lee nicht alleine sterben zu lassen
Diese Geschichte hat aber auch Helden. Es sind drei Frauen, die bereit waren, ihre Sicherheit und ihr eigenes Leben für Lee Rigby zu riskieren. Ingrid Loyau-Kennett, Amanda Donnelly und Gemini Donnelly-Martin kamen per Zufall an den Tatort, noch während die Mörder über ihrem Opfer standen. Alle anderen Menschen, die sich dort aufhielten, rannten weg, um sich in Sicherheit zu bringen. Auch Kinder mussten die barbarische Tat mit ansehen.
Ingrid, 48 Jahre, zweifache Mutter und Pfadfinderführer, ging auf die Täter zu und versuchte, sie in ein Gespräch zu verwickeln, was ihr auch gelang. Dies nutzten Amanda Donnelly, 44 und ihre 20 Jahre alte Tochter Gemini, um sich um Lee Rigby zu kümmern. Sie knieten neben ihm am Boden, beruhigten und streichelten ihn und beteten. Sie sorgten unter Einsatz ihres eigenen Lebens dafür, dass Lee Rigby in seinen letzten Momenten nicht alleine war.

Nach Tat droht Täter mit weiteren Anschlägen
Noch am Tatort lässt sich einer der Mörder filmen. Blutverschmiert und noch das Fleischerbeil, mit dem Lee getötet wurde, in der Hand, kündigt er weitere Anschläge an:
„Wir schwören beim allmächtigen Allah, wir hören nie auf, euch zu bekämpfen, bis ihr uns in Ruhe lasst. Auge um Auge und Zahn um Zahn. Es tut mir leid, dass Frauen das mit ansehen mussten. Aber in unserem Land müssen Frauen dasselbe mit ansehen. Ihr werdet nie sicher sein. Setzt eure Regierung ab. Sie kümmert sich nicht um euch!“
Täter müssen lebenslang in Haft
Der 29-jährige Haupttäter Michael Olumide Adebolajo erhielt eine tatsächliche lebenslange Freiheitsstrafe und soll nie wieder frei kommen. Er gilt als der gefährlichste Gefangene in Großbritannien. Der 22-jährige Oluwatobi Adebowale erhielt eine Freiheitsstrafe von 45 Jahren.
Anschläge durch “einsame Wölfe”
Derlei Anschläge auf Zufallsopfer im öffentlichen Raum werden von sogenannten einsamen Wölfen ausgeführt. Oftmals gelten die Täter vermeintlich als gut integriert und leben jahrelang völlig unauffällig unter uns. Bis sie dann zuschlagen. Der Anschlag von München am 13. Februar 2025 dürfte gleichermaßen in diese Kategorie fallen wie der Messerangriff in Villach, nur zwei Tage nach dem Angriff in München, bei dem ein 14-jähriger Jugendlicher getötet wurde und mehrere Menschen teils lebensgefährlich verletzt wurden.
Erst heute wurde bekannt, dass die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) seine Anhänger dazu aufrief, weitere Anschläge in europäischen Städten durchzuführen. Die Botschaft, die über eine deutschsprachige Website der Terrororganisation verbreitet wurde, spricht explizit diese einsamen Wölfe, also radikalisierte Einzeltäter an. Sie werden dazu aufgefordert, Menschen mit dem Auto zu überfahren.

