Bad Wildungen
Am 3. August griff ein 38-jähriger Syrer drei Männer an einer Tankstelle mit einem Messer an. Einer der Männer starb an den Folgen des Angriffs, ein weiteres Opfer wurde verletzt. Der Tatverdächtige wurde zunächst wegen des Verdachts auf vollendeten Totschlag und versuchten Totschlags in zwei Fällen festgenommen.
Recherchen der Frankfurter Rundschau zufolge soll der Täter zwischenzeitlich freigelassen worden sein. Die Staatsanwaltschaft hüllt sich in Schweigen. Die Familie des Todesopfers zeigt sich bestürzt. Täter und alle seine Opfer stammen aus Syrien.
„Ich habe Angst. Meine Familie hat Angst. Warum dieser Mann aus der Haft entlassen wurde, kann ich nicht verstehen. Uns und unserer Anwältin hat weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft darüber benachrichtigt,“
so ein Angehöriger des Opfers., der nicht namentlich genannt werden möchte, im Gespräch mit der Redaktion der Frankfurter Rundschau. Der Bruder des Mannes hat von der Freilassung des Täters erst am Dienstag (19. 12. 2023) erfahren, von einem Bekannten erzählt der Mann. „Zunächst habe ich das nicht geglaubt. Dann haben auch andere Bekannte von mir aus Bad Wildungen das bestätigt. Auch sie haben mir erzählt, dass sie Angst haben.“ Die Angst ist bei dem Mann sichtlich zu spüren. Er ist aufgeregt und antwortet auf unsere Fragen mit zittriger Stimme.
Mutmaßlicher Täter als gewalttätig bekannt
Und für die Angst gibt es gute Gründe. Vor allem innerhalb der syrischstämmigen Community sei der Mann bekannt. „Der Mann ist in der Stadt als auffällig bekannt. Er hat schon mehrfach andere Menschen beleidigt und auch angegriffen. Auch mein Bruder wurde von ihm vor etwa einem Jahr geschlagen. Er hat ihn deswegen angezeigt“, berichtet B.A. Der Bruder des Todesopfers erzählt, wie sehr die ganze Familie unter dem Tod seines Bruders leidet. Die Mutter habe der Tod ihres Sohnes zu schaffen gemacht. Es habe über einen Monat gedauert, bis sie sich stabilisiert hat.
Rechtsanwältin kann Freilassung nicht nachvollziehen
Auch die Rechtsanwältin der Familie, Seda Basay-Yildiz kann nicht nachvollziehen, warum der Täter freigelassen wurde. „Die Familie ist geschockt, weil sie von Dritter Seite erfahren hat, dass der mutmaßliche Täter auf freiem Fuß ist. Wir haben Akteneinsicht gefordert und werden prüfen, was wir unternehmen werden“, so Basay Yildiz auf Anfrage von Fr.de. Warum der mutmaßliche Täter auf freien Fuß ist, ist nicht bekannt. Presseanfragen an die Staatsanwaltschaft Kassel blieben bislang ohne Antwort.

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