Mehrere Frauen bedroht und angegriffen
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Sommer 2024 eine junge Frau aufgefordert zu haben, mit ihm in eine Bahn zu steigen. Weil sie das nicht wollte, kam ihr ihre Freundin zu Hilfe. Der zum Tatzeitpunkt 21-Jährige soll dann beide Frauen bedroht haben, er würde sie abstechen und mit Steinen bewerfen, wenn sie nicht mitkommen. Aus Angst sind die beiden Frauen, denen der Angeklagte bereits bekannt war, mitgegangen.
Nur wenige Tage später soll der Syrer beim Einkaufszentrum Milaneo in Stuttgart eine Jugendliche mit einen Messer bedroht und die Herausgabe ihres Handys gefordert haben. Einer weiteren Passantin soll er ebenfalls das Messer vorgehalten haben, um die Herausgabe ihres Handys zu erzwingen. Die Frau rief die Polizei. Eine junge Frau soll der Angeklagte zudem in Richtung Bahnhof geschleppt haben. Er werde sie nach Österreich bringen, soll er zu ihr gesagt haben, was die Staatsanwaltschaft als Geiselnahme bewertet.
Angeklagter gibt über Anwältin Erklärung ab
Der Angeklagte selbst will im Prozess keine Angaben zu den Vorwürfen machen, lässt aber über seine Anwältin eine Erklärung abgeben.
In dieser räumte er zwar die Bedrohung gegenüber den beiden jungen Frauen ein, gibt aber an, er habe sie lediglich im Auftrag der Eltern nach Hause bringen wollen. Auch das erste Opfer der Taten, die sich vorm Milaneo zugetragen haben, wollte er lediglich nach Hause bringen. Der Passantin habe er nichts getan, lässt er erklären.
Brisante Erklärung des Anklagten – Geständnis eines Mordes?
Zu seinem bisherigen Leben gab der Angeklagte bereitwillig Auskunft. Im Jahr 2015 sei die Familie nach Griechenland geflohen, 2018 dann weiter nach Deutschland gezogen. In Deutschland habe er viel Drogen und Alkohol konsumiert. Außerdem war er schon drei Jahre in Haft wegen diverser Gewalttaten, Ladendiebstählen und Widerstand gegen Polizeibeamte.
Als er acht Jahre alt war, sei seine Mutter bei einem Bombenangriff getötet worden. Zur Schule ging er erst in Deutschland, hier lernte er auch Lesen und Schreiben. Sein Vater habe nochmal geheiratet. Insgesamt hat er 13 Geschwister, vier leibliche und neun Stiefgeschwister.
Sowohl mit seinem Vater als auch mit den Geschwistern habe er jedoch gebrochen, gibt der Syrer an.
Als die Richterin wissen will, ob der Angeklagte in Syrien auch Bedrohungen ausgesetzt war, erklärt der 22-Jährige, dass der IS ihn gezwungen habe, mit einem Schwert einen Menschen zu töten. Auf Nachfrage der Richterin bestätigt der Syrer, dass er den Mord auch begangen hat. Aus Angst habe er das getan, da der IS gedroht habe, seinen Vater und einen Bruder zu töten.
Ob es zu dieser möglichen Tat Ermittlungen geben wird, ist nicht bekannt.
Familie machte bundesweit Schlagzeilen
Die syrische Großfamilie machte bereits bundesweit Schlagzeilen, weil die Mitglieder bereits über 150 Straftaten, darunter viele Gewaltdelikte begangen haben, seit sie in Deutschland sind. Mehrere Söhne des ebenfalls polizeibekannten Vaters, der angeblich drei Frauen haben soll, sitzen bereits in Haft oder stehen aktuell vor Gericht. Auch eine Tochter war bereits im Gefängnis.
Die Familie lebt im Stuttgarter Norden in einem Einfamilienhaus. Man zahle ein „bisschen“ Miete, erklärte der Vater in einem Interview gegenüber der Bild-Zeitung. Wie viel das genau ist, will der Vater nicht sagen. Auch die Stadt Stuttgart verweigert auf Nachfrage unter Verweis auf den Datenschutz, die Angabe, wie viel Geld die kriminelle Großfamilie den Steuerzahler monatlich kostet.
Der Prozess gegen den 22-Jährigen wird am heutigen 19. Februar fortgesetzt.
