Mädchen auf Schulweg angegriffen
Am Morgen des 23. April 2026 gegen 7:30 Uhr wurde ein 12-jähriges Mädchen in der Nähe eines Reiterhofs zwischen Gundelfingen und Vörstetten bei Freiburg von einem psychisch kranken Gewalttäter angegriffen. Die Zeitung “Schwarzwälder Bote” berichtete zuerst ausführlich. Der Straftäter hatte es auf das Fahrrad des Kindes abgesehen und wollte es ihm entreißen. Ein Mann, der den Angriff auf die 12-Jährige sah und ihr zu Hilfe kam wurde von dem Angreifer verprügelt und verletzt. Danach flüchtete der Mann. Das Mädchen blieb bei dem Überfall körperlich glücklicherweise unverletzt.
Eine Frau, die den Angriff auf das Kind beobachtete verständigte die Polizei. Diese konnte den Straftäter rund eineinhalb Stunden später in der Nähe des Tunisees festnehmen. Bei seiner Festnahme leistete der Mann massiven Widerstand, griff auch einen Diensthund der Polizei an und beschädigte einen Streifenwagen. Der Angreifer selbst wurde bei der Festnahme durch einen Hundebiss verletzt, musste in einem Krankenhaus behandelt werden und befindet sich mittlerweile wieder im ZfP Emmendingen.
Straftäter kam nicht von genehmigtem Freigang zurück
Wie der “Schwarzwälder Bote” schreibt, kam der psychisch kranke Straftäter am Vortag des Angriffs nicht von einem genehmigten, unbegleiteten Ausgang zurück. Am Abend des 22. April hätte der Mann eigentlich wieder zurück in der Klinik sein müssen. Die Öffentlichkeit wurde jedoch über den geflüchteten Straftäter nicht informiert. Die Pressesprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft Freiburg teilte hierzu mit, dass der Schwerpunkt der eingeleiteten Maßnahmen in der Aufklärung des vorgelagerten Sachverhalts gelegen habe.
Klinik empfahl Lockerungen trotz vorheriger Vorfälle
Der Syrer, der seit 2017 wegen versuchten Totschlags im Maßregelvollzug in Emmendingen untergebracht ist, weil er in einer Unterkunft einen Mitbewohner angegriffen und schwer verletzt hatte, hätte diese unbegleiteten Ausgänge seit November 2025 mehrfach erfolgreich absolviert, so der Direktor der forensisch-psychiatrischen Klinik, gegenüber der Zeitung. Seit März diesen Jahres war er in einer offenen Station untergebracht. Diese und alle weiteren Lockerungen wurden jetzt nach dem Angriff auf das Kind widerrufen.
Nach einer schweren psychischen Krise im Juni 2025 hätte sich der Zustand des Syrers stabilisiert, so der Direktor. Aber zwischen 2020 und 2025 kam es immer wieder zu Vorfällen, bei denen auch die Polizei gerufen werden musste. Zweimal verletzte der Patient dabei Diensthunde der Polizei. Der Patient habe in der Vergangenheit auch schon in einer Wohngruppe gelebt, wegen psychischer Krisen hätte man ihn jedoch wieder in die Klinik verlegen müssen.
Der unbegleitete Freigang des Mannes für den 22. April in Emmendingen wurde durch die Staatsanwaltschaft auf Antrag der Klinik genehmigt. Das ZfP befürwortete diese Lockerungsmaßnahme ausdrücklich, erklärte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Freiburg gegenüber dem “Schwarzwälder Boten”. Brisant ist die Information, dass die Klinik erst durch die Anfrage der Zeitung erfahren haben will, dass bei dem Angriff auf das Kind auch ein Passant angegriffen und verletzt wurde. Der Direktor der Klinik erklärt, dass Entweichungen von Patienten immer wieder vorkommen, aber Zwischenfälle wie der Angriff auf das Mädchen die absolute Ausnahme seien.
Foto/Bild: © Zentrum für Psychiatrie Emmendingen
