Gutachter hatte erst Zweifel an Schuldfähigkeit
Ein Gutachter kam in einem vorläufigen forensisch-psychiatrischen Gutachten zuerst zum Schluss, dass der 33-Jährigen die 37–jährige Frau im Zustand der Schuldunfähigkeit aufgrund einer paranoiden Schizophrenie getötet haben soll. Auch die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Syrer schuldunfähig war und von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen würde. Während des Sicherungsverfahrens ergab die Beweisaufnahme jedoch, dass der Syrer zur Tatzeit schuldfähig war. Daher wurde das Verfahren, welches die Unterbringung des Beschuldigten im Maßregelvollzug zum Ziel hatte, eingestellt. Heute nun begann der Strafprozess gegen den Anklagten. Der Tatvorwurf lautet nun auf Mord.
Laut Anklage wollte der 33-Jährige nicht akzeptieren, dass sich das Opfer kurz zuvor von ihm getrennt hatte. Die Beiden sollen seit Frühjahr 2025 nach kurdischem Recht verheiratet gewesen sein. Bereits vor der Tat soll der Angeklagte die 37-Jährige mehrfach mit dem Tode bedroht haben. Die Drohungen hatte die Frau auch bei der Polizei angezeigt.
Auf Supermarktparkplatz abgepasst und erstochen
Die Tat ereignet sich am Montag, 13. Mai 2025 gegen 19 Uhr auf einem Supermarktparkplatz in Nienburg an der Weser. Hier soll der 33-jährige Exfreund die Frau abgepasst und mit einem Messer angegriffen. Die Frau versuchte noch zu fliehen, wurde aber von ihrem Angreifer eingeholt. Die 37-Jährige erlitt mehrere Messerstiche in den Kopf und in den Oberkörper und verstarb noch am Tatort. Ihre zehnjährige Tochter musste die Tat mit ansehen.
Der Bruder der Getöteten war ebenfalls anwesend. Er soll die Polizei gerufen und noch versucht haben, den 33-Jährigen aufzuhalten. Währenddessen flüchtete der Tatverdächtige in einem schwarzen Mercedes. Polizeibeamte kamen mit ihrem Streifenwagen dem Fahrer in seinem Fluchtauto entgegen, wendeten und nahmen die Verfolgung auf. Der Fahrer stoppte daraufhin sein Fahrzeug, stieg aus und soll die Beamten mit dem Tatmesser bedroht haben. Erst nach mehrmaliger Aufforderung der Beamten soll er das Messer fallen gelassen haben.
Gleichzeitig war ein weiterer Streifenwagen unterwegs zum Tatort. Hier fanden die eintreffenden Polizeibeamten die leblose Frau, die durch die Messerstiche getötet worden war.
Urteil im Februar erwartet
Für das Hauptverfahren wegen Mordes sind bis Ende Februar sechs weitere Termine bestimmt. Ein Urteil gegen den 33-jährigen Syrer, der seit rund 15 Jahren in Deutschland lebt, könnte somit Ende Februar fallen.
